Sommer, Sonne, smarter sein

Foto: Gardena

Auf der Terrasse entspannen, während sich im Garten die Arbeit ganz von selbst erledigt. Im smarten Zuhause sorgen intelligente Mähroboter, Sprinkleranlage und Markise dafür, dass Sie den Sommer in vollen Zügen genießen können. So wird auch Ihre Terrasse zur Wohlfühloase. von Andreas Frank

Der Mähroboter zieht ruhig seine Kreise im Garten, während Sie mit einem kühlen Drink in der Hand auf der Terrasse relaxen. Kein dröhnender Motor stört, wie Sie ihn von gewöhnlichen Rasenmähern kennen, vielmehr entspannen Sie zu Ihrer Lieblingsmusik. Sie sehen Ihren saftig grünen Rasen, dem die vom Himmel knallende Sonne nichts anhaben kann. Eine Sprinkleranlage kümmert sich um den Rasen und beginnt automatisch mit dem Gießen, sobald der Boden zu trocken ist. Auch vor einem Sonnenbrand müssen Sie keine Angst haben, denn per Fingertipp auf Ihr Smartphone fährt die Markise über die Terrasse.

Smarte Technik kann Ihnen heute dabei helfen, den Sommer im Freien vollends zu genießen. Die Technik nimmt Ihnen unliebsame Arbeiten im Garten ab und Sie haben mehr Zeit für schöne Dinge.

Gartenarbeit abgeben

Der wohl bekannteste Vertreter der smarten Helfer für den Garten ist der Rasenroboter. Nicht ohne Grund, denn wer verbringt schon gerne die sonnigen Feierabende oder Samstage damit, den Rasen zu mähen. Günstig sind die Mini-Gärtner nicht. Einen Betrag im hohen dreistelligen Bereich muss man mindestens rechnen, um ein zuverlässiges Modell von einem Hersteller wie AL-KO, Bosch, Gardena oder Husqvarna zu bekommen. Aber Vorsicht: Nicht jeder Mähroboter ist auch für Ihren Garten geeignet. Es gibt welche, die vor allem für kleine Gärten in der Stadt bestimmt sind. Stärkere Modelle können dagegen größere Flächen mähen und größere Steigungen überwinden.

Den Mähroboter einfach in den Garten stellen und darauf warten, dass er den Rasen in Form bringt, genügt meist jedoch nicht. Denn erst einmal müssen Sie festlegen, wo der Roboter mähen soll. Sie wollen ja nicht, dass der Roboter auf die Straße fährt oder den Salat vom Nachbarn köpft. Daher geht es zunächst darum, eine Leitung rund um die Fläche zu verlegen. Zum Teil reicht es, das Kabel über Haken im Boden zu versenken. Doch wer von den Kabeln von Beginn an nichts sehen und sichergehen will, dass der Roboter kein Kabel absäbelt, verlegt dieses besser in der Erde. Das Eingraben bedeutet erheblichen Aufwand. Wer sich diese Arbeit ersparen will, kann sich von einem Experten helfen lassen. Er besitzt eine spezielle Maschine, um das Kabel im Garten zu versenken.

Der Rasen düngt sich selbst

Mähroboter und gewöhnliche Rasenmäher arbeiten grundsätzlich unterschiedlich. Bei einem gewöhnlichen Rasenmäher muss das abgemähte Gras vom Rasen entfernt werden. Bei einem Roboter bleibt das Gras einfach liegen und düngt den Boden, wovon wiederum das Gras profitiert.

Sie können also auf Ihrem Liegestuhl bleiben, während der Mähroboter seine Arbeit erledigt. Wenn Sie einen Mähroboter mit Smartphone-Steuerung besitzen, können Sie sogar von der Terrasse aus einstellen, wann der Roboter mähen soll. Wollen Sie das Gerät parken, genügt ebenfalls ein Tippen auf das Smartphone. Das kann zum Beispiel nötig sein, wenn es zu regnen beginnt oder wenn jemand den Rasen betritt und Sie den Roboter aus Sicherheitsgründen stoppen wollen.

Pflanzen besser pflegen

Eine Smartphone-Steuerung gibt es auch für Bewässerungssysteme. Grundsätzlich lassen sich dabei zwei Arten unterscheiden. Besonders einfach zu installieren sind Systeme, bei denen sich das Bewässerungsventil direkt am Wasserhahn befestigen lässt. Das Ventil bestimmt, wann Wasser durchläuft und damit, wann gegossen wird.

Aufwendigere Bewässerungssysteme mit mehreren Bewässerungszonen arbeiten mit mehreren Ventilen, die alle über einen Schlauch oder ein Rohr mit dem Wasserhahn verbunden sind. Ein Ventil ist dabei für eine Bewässerungszone zuständig und bestimmt, wann Wasser in eine Bewässerungszone fließen soll. Die Information, ob das Ventil Wasser durchlassen soll, enthält es von einem zentralen Steuergerät, mit dem alle Ventile per Kabel verbunden sind.

Gießen per App

Bei Bewässerungsventilen, die direkt auf dem Wasserhahn montiert werden, ist häufig eine extra Box nötig, damit sie sich per Smartphone steuern und in ein Smart-Home-System einbinden lassen. Diese Box funkt einerseits zum Bewässerungsventil, andererseits verbindet es sich mit dem Internet-Router. Bei vernetzten Bewässerungssysteme mit mehreren Ventilen kann sich die Steuerbox häufig bereits selbst mit dem Internet-Router verbinden.

Über das Smartphone können Sie so bequem einstellen, welche Art von Bewässerungslösung Sie angeschlossen haben. Es macht etwa einen großen Unterschied, ob ein Ventil nur mit einem Sprinkler oder mit einem verzweigten Schlauchsystem mit vielen Wasserauslässen verbunden ist. Sie können auch bestimmen, welche Art von Pflanzen Sie bewässern wollen. Und zum Teil können Sie sogar festlegen, ob sich die Pflanzen an einem eher schattigen oder sonnigen Platz befinden. Daraus ermittelt das System, wann und wie lange die Pflanzen am besten gegossen werden. Das tut nicht nur den Pflanzen gut, sondern Sie verschwenden so auch nicht unnötig Wasser. Noch weniger Wasser brauchen Sie, wenn Sie einen extra Bodensensor verwenden. Dann startet die Bewässerung nur, wenn der Boden trocken ist.

Natürlich können Sie über das Smartphone genauso spontan die Bewässerung in Gang setzen. Grundsätzlich dürften Sie jedoch bessere Ergebnisse erzielen, wenn Sie der Intelligenz des Systems vertrauen. Solch clevere Bewässerungssysteme mit App-Steuerung erhalten Sie beispielsweise von Gardena, greenIQ, Hunter, MIYO oder Rain Bird.

Wasser aus dem Brunnen verwenden

Am besten ist es natürlich, wenn Sie kostenloses Wasser zum Gießen nutzen können, zum Beispiel von einem Brunnen oder einer Zisterne. Damit die Bewässerung automatisch klappt, ist eine Pumpe notwendig, die zur gewünschten Zeit Wasser bereitstellt. Das erlaubt eine programmierbare Pumpe wie die Gardena smart Pressure Pump. Hier können Sie per Smartphone bestimmen, wann sie laufen soll.

Damit die Wasserpumpe nicht weiterläuft, wenn sich kein oder kaum noch Wasser im Brunnen oder der Zisterne befindet, lassen sich Wasserpumpen zum Teil auch mit einem Sensor verbinden, der den Wasserstand ermittelt. Solche Möglichkeiten erhalten Sie bei professionellen Smart-Home-Systemen von Herstellern wie Gira, eQ-3, Jung oder Loxone.

Wenn ein Gerät im Garten nicht selbst vernetzt ist, können Sie häufig mit einer intelligenten Schaltsteckdose nachhelfen. Sie schalten angeschlossene Geräte nur zu bestimmten Zeiten ein, dann können Sie beispielsweise Wasserpumpen und Springbrunnen per Smartphone steuern oder einen Zeitplan dafür hinterlegen.

Lichtstimmung schaffen

Auch für Leuchten mit Stromkabel kann man diese sogenannten Smart Plugs verwenden. Es gibt aber ebenso eine ganze Reihe von Außenleuchten, die schon ab Werk vernetzt sind. Diese vernetzten Leuchten können häufig nicht nur in Standardweiß strahlen, sondern auch ihren Weißton ändern oder in bunten Farben leuchten. Mit diesen Lampen haben Sie viele Gestaltungsmöglichkeiten: Sie können per Smartphone Partybeleuchtung für die Geburtstagsfeier kreieren wie gedimmtes Licht für ein romantisches Abendessen auf der Terrasse.

Vor allem Philips und Osram bieten ein großes Sortiment solcher intelligenter Outdoor-Leuchten an. Dazu gehören beispielsweise Pfeiler, die sich rund um die Terrasse oder entlang eines Gartenwegs in den Boden stecken lassen. Beliebt sind auch Strahler, die auf das Haus oder einen Baum gerichtet spannende Lichtakzente setzen. Für genügend Helligkeit auf der Terrasse oder vor einer Tür sorgen vor allem Leuchten an Decken oder Wänden mit ungerichtetem weißen Licht.

Aufgrund ihrer Helligkeit sind diese Wand- oder Deckenleuchten besonders dafür geeignet, Einbrecher fernzuhalten. Einbrecher mögen es gar nicht, wenn ihnen jemand beim Eindringen zuschauen kann. Am besten Sie verbinden die Leuchte mit einem Bewegungsmelder, sodass sie nur bei Bewegung strahlt. Grundsätzlich sind Terrassen mit ihren leicht zugänglichen Fenstern und Türen ein beliebtes Angriffsziel für Einbrecher.

Privates Open-Air-Konzert

Wer sich ein kleine Wellnessoase auf seiner Terrasse einrichten will, bei dem wird es womöglich nicht beim intelligenten Licht allein bleiben. Vielleicht soll es auch etwas Musik sein, die an lauen Sommerabenden oder auf einer Grillparty die Untermalung übernimmt.

Die einfachste Möglichkeit, um Musik nach draußen zu bringen, sind Bluetooth-Lautsprecher mit Akku. So brauchen Sie nicht einmal eine Steckdose. Einige Modelle wurden sogar speziell für den Außeneinsatz entwickelt, sodass ihnen Staub und Regen nichts anhaben kann. Bluetooth-Lautsprecher verbinden sich kabellos (per Bluetooth) mit dem Smartphone, sodass Sie bequem vom Smartphone aus Ihre Playlist starten können. Wenn Sie die Musik auf Ihrem Smartphone gespeichert haben, brauchen Sie nicht einmal WLAN und Internet.

Um mit einem Musik-Streaming-Dienst wie Spotify auf alle Wünsche der Gäste eingehen zu können, ist es praktisch, wenn das Smartphone mit dem WLAN verbunden ist. Sollte das WLAN auf Ihrer Terrasse zu schwach sein, helfen WLAN-Repeater von Herstellern wie AVM, D-Link, Netgear oder tp-link weiter. Auch Powerline-Adapter sind ein probates Mittel. Sie bringen das Internet über die Stromleitung nach draußen auf die Terrasse, wo sie ein WLAN-Netz aufbauen.

Im Gegensatz zu Bluetooth-Lautsprechern für den mobilen Einsatz gibt es auch Boxen, die dafür entwickelt wurden, fest im Freien installiert zu werden. Sie verstecken sich zum Beispiel im Blumenbeet oder sind Klangskulpturen, die ebenfalls optisch etwas hermachen. Der Installationsaufwand ist hier weitaus größer, denn es muss zu jedem Lautsprecher ein Kabel verlegt werden.

Ein schattiges  Plätzchen

Aber wenn die Sonne brennt, ohne Aussicht auf Schatten, kann die beste Grillparty zur Tortur werden. Auf der Terrasse helfen in diesem Fall Markisen weiter. Wer sich dabei für ein vernetztes Modell mit Motor entscheidet, kann bequem vom Liegestuhl aus die Markise per Smartphone öffnen.

Vernetzte Markisen-Motoren erhält man beispielsweise von Schellenberg, Somfy, Rademacher oder Warema. Aber auch vorhandene Markisen-Motoren lassen sich vernetzen, indem nachträglich ein Funkmodul eingebaut wird. Die vernetzten Motoren lassen sich ebenfalls mit einem Klimasensor verbinden. Diese Sensoren ermitteln je nach Modell die Sonneneinstrahlung, die Windstärke und Regen. So kann sich die Markise bei starker Sonnen automatisch öffnen, um Schatten auf der Terrasse zu spenden. Zusätzlich hilft sie dadurch dabei, die Sonneneinstrahlung auf die Terrassenfenster zu reduzieren, damit sich die Innenräume nicht unnötig aufheizen. Die Sensoren für Wind und Regen kümmern sich wiederum darum, dass die Markise bei starkem Wind oder Regen einfährt, damit sie nicht beschädigt wird. 

Mit dieser smarten Ausstattung kann im Sommer eigentlich nichts mehr schiefgehen. Nur das Wetter könnte Ihnen vielleicht noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Tipps: Digitale Butler für draußen

Im Haus helfen Roboter, den Boden zu saugen oder die Fenster zu putzen. Auch für den Garten haben sich die Entwickler Gedanken gemacht. Hier eine kleine Auswahl von zum Teil kuriosen digitalen Butlern.

Mähroboter

Foto: Al-Ko

Der Mähroboter  ist der bekannteste Vertreter seiner Gattung. Er mäht den Rasen und mulcht mit dem abgeschnittenen Gras den Boden gleich mit. Schöner wird der Rasen auch nicht, wenn Sie selbst mähen.

AL-KO Robolinho 500 I, ca. 800 Euro

www.al-ko.com

Grill-Reinigungsroboter

Foto: Grillbot

So sehr Grillen Spaß macht, den Grill danach zu putzen, gehört wohl zu den leidigsten Aufgaben. Mit dem Grillbot kann man sich das sparen. Den Roboter setzt man auf den Grill und er startet mit dem Reinigen des Grillrosts.

Grillbot, ca. 100 Euro 

www.grillbots.com

Poolroboter

Foto: Zodiac Pool Deutschland GmbH

Wer einen SwimmingPool besitzt, weiß, wie viel Arbeit es bedeuten kann, ihn sauber zu halten. Pool-Roboter übernehmen das. Sie fahren den Boden ab – manche sogar die Wände – und sammeln alles auf, was sie so finden – vor allem Sand und Blätter. Zodiac bietet mit dem RV 5480 iQ Vortex PRO 4WD (Bild) sogar ein Modell mit App-Steuerung an.

RV 5480 iQ Vortex, ca.  1.900 Euro

www.zodiac-poolcare.de

Gartenroboter

Foto: FarmBot

Mit diesem Roboter kann in Ihrem Gemüsebeet eigentlich nichts mehr schief gehen. Der FarmBot Genesis mit einem Preis von 2.595 US-Dollar (umgerechnet ca. 2.200 Euro) ist zwar nicht ganz günstig, dafür übernimmt er alle Arbeiten: Samen säen, die Bodenfeuchtigkeit messen, jede Pflanzen entsprechend ihrer Bedürfnisse gießen und sogar Unkraut kann er entfernen. Ist das Gemüse reif, wird man sofort benachrichtigt.  

FarmBot Genesis, ca. 2.200 Euro

www.farm.bot

Stromkosten senken

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