Smart Strom sparen
Zahlreiche Energieversorger haben zum neuen Jahr ihre Strompreise kräftig erhöht. Ein Ende der Preisspirale ist nicht abzusehen. Viele Verbraucher fragen sich, ob es Wege gibt, den Kostenanstieg wenigstens etwas abzufedern. Eine Möglichkeit ist ein intelligenter, vernetzter Stromzähler.
Oft starten wir mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Weniger rauchen, mehr Sport treiben oder sich gesünder ernähren. Wie wäre es mal mit weniger Energie verbrauchen? Gerade jetzt wäre das wirklich angebracht. Denn zu Beginn des Jahres 2013 sind die Strompreise kräftig geklettert. Nach Informationen des Verbrauchsportals check24 erhöhten rund die Hälfte aller Energieversorger ihre Preise um zehn bis 15 Prozent. Eine Familie mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt jetzt etwa 100 bis 150 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei ist Stromsparen leichter als man denkt: Die intelligenten Stromzähler, auch Smart Meter genannt, machen den Stromverbrauch transparent und decken damit versteckte Kosten auf.
Kosten im Blick behalten
Das Beispiel von Germar Büngener zeigt, wie Stromsparen mit dem Smart Meter funktioniert. Gemeinsam mit seinen Kindern und seiner Frau spürte Mediziner Büngener versteckte Stromfresser auf und fahndete nach Möglichkeiten, Energie zu sparen. Familie Büngener wohnt heute in Ravensburg, zählte aber bis vor kurzem zu den rund 1.600 Haushalten in Friedrichshafen am Bodensee, die mit Smart Metern ausgestattet sind. Seine Arztpraxis betreibt Germar Büngener nach wie vor in Friedrichshafen. Das Prinzip des Smart Metering ist einfach: Die intelligenten Zähler senden Informationen über die aktuell verbrauchte Strommenge alle 15 Minuten an den Stromanbieter. Diese Werte überprüft man dann so wie seinerzeit Familie Büngener in einem geschützten Onlineportal des eigenen Energieversorgers. Eine grafische Darstellung der Verbrauchswerte zeigt dabei an, wie sich der Stromverbrauch über einen bestimmten Zeitraum hinweg verändert hat oder welchen Sprung der Verbrauch beim Ein- oder Ausschalten eines Geräts im Haushalt macht.
Die Transparenz der Verbrauchsdaten sorgte bei den Büngeners für ein großes Aha-Erlebnis. Richtig schockiert war die vierköpfige Familie zum Beispiel über den enorm hohen Stand-by-Verbrauch der Kaffeemaschine. Rund 41 Euro Stromkosten im Jahr verursacht ein durchschnittlicher Kaffeevollautomat. Auf der Suche nach weiteren versteckten Kostenfressern wurde Germar Büngener sogar in den hintersten Winkeln seines Hauses fündig. In einer Rumpelkammer entdeckte er eine alte Tiefkühltruhe, die zwar in Betrieb war aber kaum benutzt wurde. Ist ein Stromfresser erst mal gefunden, verringert ein neues stromsparendes Gerät den Energieverbrauch erheblich. Eine neue Kühltruhe verbraucht beispielsweise bis zu 80 Prozent weniger Strom als eine alte. Aufgrund des Smart Meters entwickelte die Familie ein neues Kostenbewusstsein für Strom. So fährt Germar Büngener in der Mittagspause die sieben PC-Arbeitsplätze seiner Praxis bis auf den Server herunter und reduziert den Verbrauch von 2.000 auf 600 bis 800 Watt in der Stunde.
Mehr Transparenz
Die Büngeners sind nicht die Einzigen in Friedrichshafen, die den Smart Meter zu schätzen gelernt haben. Auch Thomas und Ute Aisenpreis sind mittlerweile vom Nutzen der neuen Stromzähler mehr als überzeugt: „Anfangs haben wir uns schon gefragt, brauchen wir Smart Metering? Schließlich beherzigen wir bereits die gängigen Stromspartipps.“ Anhand der Verbrauchskurve ist dem Ehepaar jedoch aufgefallen, wie viel Strom zum Beispiel der Trockner wirklich zieht und dass ein einziger Trocknungsdurchgang bereits knapp 50 Cent kostet. Deshalb trocknet die Wäsche bei schönem Wetter wieder draußen. Auch Familie Kesici kam mithilfe der Smart Meter versteckten Kosten auf die Schliche. „Wir haben ein besseres Gefühl dafür bekommen, welche Geräte in unserem Haushalt die höchsten Energiekosten verursachen“, berichtet Kürsad Kesici. „So habe ich schnell gemerkt, dass unser Warmwasserboiler ein echter Stromfresser ist.“ Seitdem hat der Familienvater die Temperatur des Wassertanks um einige Grade gedrosselt und spart nun mehr als 100 Euro im Jahr.
Spareffekte ausnutzen „Wie viel Strom Haushalte mithilfe von Smart Metern letztendlich genau sparen, lässt sich nicht pauschal beziffern, da dies stark vom individuellen Verbrauchsverhalten abhängt“, erklärt Gabriele Riedmann de Trinidad. Sie leitet bei der Deutschen Telekom das Konzerngeschäftsfeld Energie und liefert gemeinsam mit dem regionalen Versorger aktuelle Verbrauchsdaten an die jeweiligen Haushalte in Friedrichshafen. „Nach unserer Erfahrung sparen Haushalte im Durchschnitt rund vier Prozent der Kosten.“ Das klingt zunächst nicht unbedingt nach viel Geld. Aber umgerechnet auf den deutschen Stromverbrauch entspricht dies einer jährlichen Einsparung von etwa fünf Terawattstunden Strom oder einer Milliarde Euro weniger Stromkosten.
Der Spareffekt von vier Prozent kann nach Angaben des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung sogar noch höher ausfallen. Die Wissenschaftler des Instituts untersuchten im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 18 Monate lang das Konsumverhalten von 2.000 Testhaushalten in Deutschland und Österreich. Kunden, die zusätzlich zum Smart Meter auch einen zeitvariablen Stromtarif nutzten, sparten bis zu zehn Prozent. Denn nachts, wenn Stromüberschuss im Netz besteht, kostet die Kilowattstunde zwischen zwei und acht Cent weniger. Verbraucher, die stromfressende Tätigkeiten wie Wäschewaschen oder Geschirrspülen gezielt auf den späten Abend verlegen, profitieren – eine vierköpfige Durchschnittsfamilie spart bereits rund 100 Euro pro Monat.
Lastvariable Tarife
In Zukunft sollen Verbraucher nicht nur von zeitvariablen, sondern auch von lastvariablen Tarifen profitieren. „Damit erwarte ich für Verbraucher Kilowattstundenpreise, die zu bestimmten Zeiten bis zu 30 Prozent unter dem jetzigen Preis liegen“, erklärt Gabriele Riedmann de Trinidad. Fegt eine frische Brise über Norddeutschland, steigt die Strommenge aus Windkraftanlagen, und der Preis sinkt. Besonders günstig dürften auch solche Tarife nachts werden, wenn die Nachfrage gering ist. Es lohnt sich also, wenn die programmierte Spülmaschine zu später Stunde anspringt oder auch der Nachtspeicherofen, der gerade wieder vor einer Renaissance steht.
Langfristig werden Smart Meter jedoch nicht nur in den Haushalten für Stromspareffekte sorgen.
Mehr Flexibilität im Netz
Die Geräte sollen zukünftig die nötigen Informationen liefern, um die Auslastung des Netzes zu steuern und den Strom von erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Bisher sind unsere Stromnetze auf die Bereitstellung einer bestimmten Strommenge ausgelegt. Windräder und Solaranlagen erzeugen aber nicht kontinuierlich Strom, sondern nur, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Und dann oftmals so viel, dass man diese Energie nicht komplett nutzen kann. Smart Meter informieren nicht nur Energieversorger über den aktuellen Verbrauch, sie liefern Verbrauchern auch Informationen, ob gerade viel oder wenig Strom produziert wird. Ist wenig Strom vorhanden, steigt der Preis, wird viel erzeugt, fällt er. Intelligente Zähler sind also wichtiger Baustein, um in Zukunft Angebot und Nachfrage von Stromverbrauch und -produktion genau zu regeln. Verbraucher könnten dann noch mehr sparen, indem sie Strom verbrauchen, wenn er günstig ist.
Smart Meter überall
Wegen des Sparpotenzials der Smart Meter will die Europäische Union die neuen Zähler bis zum Jahre 2022 in alle Haushalte der EU einbauen lassen. In einigen Staaten, wie Schweden und Italien, verfügen die meisten Verbraucher bereits über intelligente Zähler. In anderen Ländern wie Spanien, Portugal, Frankreich oder Großbritannien wird die flächendeckende Auslieferung und Installation vorbereitet. In Deutschland sind die neuen Zähler noch nicht im großen Maßstab Pflicht. Sie müssen lediglich in Neubauten und bei Komplettsanierungen installiert werden sowie bei einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 kWh. Jedoch ist der Einbau der Smart Meter nicht unumstritten. Einige Verbraucher fürchten, dass Sie durch die neuen Geräte zum gläsernen Energiekunden werden. Die Dienstleister reagieren auf solche Sorgen mit immer neuen, verfeinerten Vorkehrungen zur Datenverschlüsselung und Übertragung. Schließlich soll beim Stromverbrauch gespart werden und nicht an der Datensicherheit.
Fotos: Deutsche Telekom
Greenhome des Monats 02/12
Mit dieser Stadtvilla in Hamburg erfüllte sich der Hausherr den lange gehägten Traum vom eigenen Atrium-Haus. Ein befreundeter Architekt entwarf die dazu passenden Formen: offen, reduziert, am Bauhausstil orientiert und dabei hell, mit fließenden Übergängen von innen nach außen. Eine zentrale Achse zieht sich im Erdgeschoss vom offenen Kochbereich über den Esstisch hinaus zum Swimmingpool, der einzig durch eine Glaswand getrennt, quasi zum Teil des Wohnraums wird. Von der Achse weicht im Erdgeschoss optisch nur das etwas tiefer gelegene Fernseh- und Kaminzimmer ab. Längs der Raumachse gelegen sind zudem seitlich versetzt ein Gästezimmer, Einliegerwohnung und verschiedene Wirtschaftsräume samt einer Wirtschaftsküche. Im Obergeschoss befinden sich Kinderzimmer, zwei große Badezimmer und das Elternschlafzimmer. Das klingt nach viel Platz und die Daten belegen es: 800 Quadratmeter Wohnraum gibt es im Haus. Trotzdem wirkt es dank des Atrium-Charakters nicht wuchtig. An vielen Stellen öffnet sich nämlich das Erdgeschoss zum Obergeschoss sodass die Raumhöhe variiert und viel Licht einfällt. Sechs Terrassen und Balkone verstärken den luftigen Eindruck und verwischen die Grenze von drinnen und draußen.
Spannende Kontraste
Glas ist im Haus ein wesentliches Gestaltungsmerkmal, genau wie Beton und zurückhaltend weiße Wandund Deckenflächen. Dazu kommen dunkle Steinfliesen im Erdgeschoss, dunkle Hölzer im Obergeschoss und die dunklen Möbel. Umso auffälliger sind die Wandpartien in Rosa und Lila im Erdgeschoss. Und noch ein Gestaltungselement, nämlich das Spiel mit dem Licht, ist im Haus geschickt genutzt: Die Haustechnik steuert die Beleuchtung quasi auf Schritt und Tritt und ermöglicht verschiedene Beleuchtungsszenarien.
Zum Haus: Stadtvilla, 800m2 Wohnfläche, verteilt auf zwei Stockwerke, offener Wohn- und Kochbereich, zentrale Steuerung der Gebäudetechnik via Gira HomeServer 3, Touchscreen mit individuellen Visualisierungen, externe Steuerung per Smartphone möglich.
Techno-Fenster
Moderne Fenster halten viel Wärme im Wohnraum und lassen die Kälte draußen. Dank intelligenter Steuerungssysteme sorgen die sparsamen Scheiben sogar automatisch für frische Luft und schützen vor zu viel Sonne.
Früher brachten sie vor allem Licht ins Dunkel, heute sind Fenster beinahe Alleskönner. Im Idealfall bestehen sie aus mindestens drei Scheiben Isolier- oder Wärmeschutzglas, sind mit Metall bedampft, mit Edelgas gefüllt, dank Nano- technologie reinigen sie sich selbst und verfügen über einen grandiosen Wärmedurchgangskoeffizienten. Sie sind so dicht wie Wände, gleichzeitig so licht- und luftdurch- lässig, als wären sie nicht da. Sie “denken” mit und helfen so auch noch dabei, Energie zu sparen. So sieht er aus, der schöne neue Fenstertraum, die Realität, man ahnt es, hinkt hinterher, auch in Deutschland: Insgesamtv rund 320 Mio. sanierungsbedürftige Fenster gibt es in Deutschland, schätzen Experten. Einfach verglaste Fenster erreichen nur einen Wärmedämmwert (U-Wert) von etwa fünf Watt pro Quadratmeter Kelvin. Bei alten Isolierfenstern liege der U-Wert bei 3,0. Moderne Fenster, die es schon mit einem U-Wert von 1,0 gibt, dämmen drei- bis fünfmal besser. Generell gilt: Je kleiner der U-Wert, desto besser das Fenster.
Das richtige Fenster
Wer mit dem Fenster ordentlich Energie sparen will, muss sich zunächst einmal für das richtige Glas entscheiden. Will er mit den Glasflächen auch Sonnenwärme nutzen, muss der Bauherr oder Modernisierer nicht nur auf den Wärmedurchgangskoeffizienten (u-Wert) achten, sondern auch auf den sogenannten Gesamtenergie-Durchlassgrad (g-Wert). Je größer dieser Wert ist, desto mehr Sonnenwärme lässt das Glas ins Haus hinein. Bei modernen Wärmedämmverglasungen liegt der g-Wert etwa zwischen 0,6 und 0,65. Das bedeutet, dass, rund 60 bis 65% der Sonnenenergie hindurchdringen. Modernes beschichtetes Wärmedämmglas hat in der Regel einen hohen g-Wert und einen niedrigen U-Wert. Es besteht idealerweise aus drei hintereinander liegenden Scheiben, zwischen denen sich ein oder mehrere mit Edelgas gefüllte Zwischenräume befinden, die eine weitaus höhere Isolierwirkung als Luft besitzen und sich deshalb besonders gut zur Wärmedämmung eignen.
Außerdem sind auf den Glasoberflächen hauchdünne Beschichtungen aus Edelmetall aufgebracht. Diese liegen geschützt zwischen den Glasscheiben und sorgen dafür, dass langwellige Wärmestrahlen reflektiert und kurzwellige Strahlen hindurchgelassen werden. Welches Fenster am besten eingebaut wird, hängt für den Modernisierer auch vom Gesamtzustand des Gebäudes und dem Sanierungsziel ab. Denn nach einer Erneuerung kann es bei unzureichender Wanddämmung und schlechter Lüftung zu Feuchte und Schimmel an den Außenwänden kommen. Es muss daher ausreichend gelüftet werden. Außerdem sollte der U-Wert der Verglasung nicht kleiner sein als der U-Wert der Außenwand, da sich sonst das Kondenswasser nicht an den Fenstern, sondern an der Wand niederschlagenund die Wand dadurch auf Dauer durchfeuchten könnte.
Automatisierung
Zu einem echten Energiesparwunder werden die Fenster aber erst mithilfe der Automatisierung. Heizung, Lüftung und Licht können so für eine viel effizientere Energienutzung geregelt werden. Automatisierte Fenster und Türen sind zwar schon in vielen öffentlichen Gebäuden und auch Bürohäusern Standard. Doch mancher Eigenheimbesitzer denkt bei diesem Thema noch nicht viel weiter als bis zur Fernsteuerung seines Garagentores. Fest steht: Deutschland hat großen Nachholbedarf. So ist gerade einmal jeder dritte Rollladen in Deutschland motorisiert. Zum Vergleich: „In Frankreich beträgt die Motorisierungsrate ca. 59 Prozent“, so Christian Pätz von der Firma Somfy in Baden-Württemberg, die Antriebe für Rollläden, Sonnenschutz und Tore herstellt. Dabei lohne sich die Automatisierung gerade im Bereich Rollladen und Sonnenschutz, so Pätz weiter.
Werden die Behänge abends im Winter per Zeitschaltuhr rechtzeitig geschlossen, gehe weniger Wärme durchs Fenster verloren. „Die zwischen Fenster und Rollladen eingeschlossene Luft wirkt als Dämmpolster.“ Morgens öffnet sich der Rollladen wieder selbsttätig. Die ersten Sonnenstrahlen wärmen die Räume. Deutlich wird: Antreiber der Entwicklung hin zu automatisierten Fenstern ist der ungebrochene Trend zu Energieeffizienz. „Durch eine kontrollierte natürliche Lüftung lässt sich die Energieeffizienz von Gebäuden steigern und die Raumlufthygiene verbessern“, sagt auch Christian Günther vom Zentralverband für Elektrotechnik und Elektronikindustrie eV. Die Experten sind sich einig: Eine optimierte Steuerung ermöglicht Einsparungen im zweistelligen Bereich. „Planmäßige Luftwechsel im Winter und Nachtauskühlung im Sommer reduzieren die Gebäudebetriebskosten effektiv“, so Christian Günther weiter.
„Gleichzeitig gewinnt man durch die Automatisierung von Fenstern und Rollläden die Kontrolle über die Klimatisierung zurück“, sagt Astrid Unger von Velux. Denn eine Dämmung ist statisch, automatisierte Bauteile sind flexibel, Sensoren sogar intelligent. Der Dachfenster-Spezialist bietet ebenfalls automatisierte Lösungen an. Regensensoren schließen das Fenster ebenfalls automatisch, bevor der Innenraum Schaden nimmt. Somit kann das Bauteil Fenster nicht nur Tageslicht ins Haus lassen, sondern auch wie eine natürliche Klimaanlage fungieren. „Per Sonnensensor fahren die Behänge automatisch nach unten, wenn die Sonne beginnt, die Räume aufzuheizen“, so Pätz. Wer automatisierte Fenster zusätzlich zur Kühlung während der Nacht einsetzt, kann noch mehr Energie sparen. „Die Temperaturen im Sommer können so um bis zu 10 Grad Celsius gemindert werden, die Luft wird regelmäßig erneuert, im Winter bleibt die Wärme im Haus. Zu einer modernen, energetischen Sanierung gehört die automatische Ausstattung“, sagt Unger. Sein Fazit: eine gute, automatisierte Steuerung verbrauche weniger Energie als eine Klimaanlage. Und solar betrieben, lässt ist das System sogar verbrauchsneutral betreiben.
Effizienz und Luxus
Die Übergänge zwischen Luxus, Sicherheit und Energieeffizienz sind dabei fließend. Neu sind spezielle Lichtleitsysteme, die das in einem bestimmten Winkel auftreffende Sonnenlicht auffangen und dann durch Lenkvorrichtungen – Spiegel, Lamellen, Prismen oder sogar Kabel – entweder in den Raum streuen oder es in ausgefeilten Varianten gezielt über einige Meter transportieren können. Das Auffangen kostbaren Sonnenlichts gelingt bereits durch automatisch gesteuerte und variierbare Lamellen von Jalousien. Neuartige Lichtlenkjalousien sind mit einer Mehrfachfaltung ausgestattet, die einen weitgehend ungehinderten Durchblick erlaubt, das Sonnenlicht aber trotzdem zu einem hohen Grad reflektiert. Klar sparen auch Lichtlenksysteme Energie. Noch dazu ist natürliches Tageslicht schöner, als das von Glühbirnen erzeugte.
Nachrüstung
Grundsätzlich lohnt sich das Nachrüsten automatisierter Fenster, weil Energie gespart und der Komfort und somit auch der Wohnwert der Immobilie dadurch erhöht werden kann. Für den nachträglichen Einbau bieten sich solarbetriebene Produkte an. Da sie energieautark sind, müssen für ihren Betrieb keine Kabel verlegt werden. Und wer nicht gleich das gesamte Fenster austauschen will, für den bietet etwa Velux ein Solar-Nachrüstset. Die Bedienung erfolgt je nach Wahl manuell oder per Fernsteuerung. Eine kabelgebundene Lösung ist ideal bei Neubauten und umfangreichen Sanierungen. Bauherren sollten sich frühzeitig für eines dieser beiden Systeme entscheiden. Die Steuerleitungen werden für gewöhnlich parallel zur Elektroinstallation verlegt.
„Die Ausstattung eines Fensters mit automatischen Rollladensystemen kostet ab 400 Euro pro Element inklusive Montage je nach Größe des Fensters und Art des Motors“, so Christian Pätz von Somfy. Dazu kommen noch Kosten für Zusatzausstattungen wie Sensoren, Zeitschaltuhren oder auch Steuerungen. Das VELUX ACTIVE Sensorsystem für Dachfenster gibt es ab 230 Euro. Anders als bei zeitgesteuerten Lösungen reagiert das System mit je einem Licht- und Außentemperatursensor dynamisch auf seine Umwelt und die Rollläden öffnen und schließen sich je nach Tageslichtverhältnissen und Außentemperatur selbsttätig. Ein solarbetriebenes Fenster bietet die Firma ab 773 Euro. Mithilfe eines Nachrüstsets können bereits vorhandene VELUX-Dachfenster mit Solartechnik ausgestattet werden. Die Preise für diese Lösung beginnen bei rund 480 Euro.
Vernetzung
Vom stufenlosen Öffnen oder Schließen bis zur Vernetzung mit anderen Bauteilen der Haustechnik – bei der elektronischen Steuerung von Fenstern ist heute vieles möglich. So können intelligente Funkfensterkontakte die Heizung drosseln, sobald das Fenster aufgeht. Dachfenster-Spezialist Velux bietet einen Regensensor, der das Fenster schließt, sobald es regnet. Ebenso können elektrifizierte Fenster mit der Alarmanlage gekoppelt werden und als Rauch- und Wärmeabzug wirken. Die Einbindung der Fenster in eine intelligente Haustechnik hat in den vergangenen Jahren sehr große Fortschritte gemacht. Entsprechende Systeme gibt es schon länger, aber was früher Luxus war, ist heute einfach und preiswert verfügbar. Somfy beispielsweise, hat die Funktechnologie io-homecontrol mitentwickelt. Damit können viele verschiedene Bauelemente im Haus per Handsender, Laptop oder Smartphone auch von unterwegs gesteuert werden. Das modular aufgebaute System lässt sich Schritt für Schritt erweitern.
So können etwa Rollläden, Sonnenschutz, Garagentore, Einfahrtstore, Dachfenster, Beleuchtung und Türschlösser so gesteuert werden, dass sich ein hohes Maß an Sicherheit und Energieeinsparung erzielen lässt. Die technische Reichweite liegt bei circa 200 Quadratmetern in einem dreistöckigen Gebäude. Dank einer Zwei-Wege-Funkkommunikation gibt die Technologie dem Nutzer Rückmeldung darüber, in welchem Status sich das System befindet, zum Beispiel, ob das Dachfenster geöffnet oder geschlossen ist und ob sein Befehl ausgeführt wurde. Mithilfe eines Plug Receivers, einem Funkzwischenstecker mit io-Empfänger, werden auch Lampen, Audio-, TV- und Haushaltsgeräte so steuerbar wie Rollladen, Markise oder Jalousie. Ähnliches bietet auch der Haustechnik-Hersteller Gira. Im Paket enthalten: Umfangreiche Energieverbrauchsstatistiken, die auf einen Blick erkennbar machen, ob und in welchem Umfang Geldbeutel und Umwelt entlastet werden können. Auch Velux plant die Fensterfernsteuerung mittels Smartphone-App.
Wintergartensteuerung
Besonders sinnvoll ist die automatische Steuerung im Wintergarten. Für ein gutes Raumklima sind eine abgestimmte Beschattung, Belüftung und Heizung hier besonders wichtig, was man am einfachsten mit automatischen Antrieben erreicht. Außerdem sollten Sensoren zur Überwachung des Innen- sowie des Außenklimas ausgerüstet und eine elektronische Steuerung zur Regelung aller Komponenten vorhanden sein. Eine Wetterstation im Außenbereich liefert der Steuerung die aktuellen Wetterdaten, Sensoren im Innenbereich steuern Informationen zu Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit bei, falls nötig auch an mehreren Kontrollpunkten. Die zentrale Wintergartensteuerung vergleicht nun ständig die gewünschten Raumklimawerte mit den aktuellen Sensordaten Temperatur, Sonnenstand und -intensität. Windstärke und Niederschlag bestimmen mit, welche angeschlossenen Komponenten genutzt werden. Fenster, Markise, Jalousie, Heizung oder Lüftung werden dann entsprechend gesteuert und die Energieeffizienz so maximiert.
Förderung
Die Modernisierung der Fenster spart viel Heizenergie und verringert den CO2-Ausstoß. Wer also auf die moderen Technik setzt, betreibt aktiven Klimaschutz . Deshalb fördert auch der Staat entsprechende Maßnahmen mit finanziellen Programmen. Es gibt Zuschüsse für eine Energieberatung oder auch zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Dazu kommen staatliche Zuschüsse und Förderprogramme der Länder, Kommunen und regionaler Energieversorger. Wird die Modernisierung von einem Fachbetrieb ausgeführt, gibt es sogar zusätzlich bis zu 1.200 Euro an Steuern für die Handwerkerleistung zurück. Ein Tipp der Experten: Fördermittel schnell beantragen, bevor die begrenzt gefüllten Fördertöpfe leer sind. „Auch im Rahmen eines altersgerechten Wohnens macht die Rollladen- und Sonnenschutzautomatisierung Sinn. Sie wird sogar mit den KfW-Förderprogrammen 155 und 455 gefördert“, empfiehlt darüber hinaus Firmenvertreter Christian Pätz.
Diesen Artikel verfasste Annekatrin Looss für das greenhome Magazin
Die neuen House-Meister
Je effizienter ein Haus Energie verbrauchen soll, umso vernetzter muss es gesteuert werden. Neben ökologischen und ökonomischen Pluspunkten können Gebäudeautomation und Vernetzung sogar soziale Vorteile bringen.
Gebäude sollen komfortabel sein. Ein frühes Resultat dieser Forderung war die Fernsteuerung für das Garagentor. Ohne dass man selbst Hand anlegen musste, wurde reagiert. Schon bald halfen Wärmepumpen – damals noch mit einem geringen Wirkungsgrad – das Haus zu heizen. Zunehmend wurde es ökologisch und ökonomisch. Und schließlich wurde für mehr Sicherheit gesorgt und die Funktion von Technikkomponenten wie der Wärmepumpe kontrolliert.
Heute werden Heizung, Lüftung und Licht für effizientere Energienutzung geregelt; für mehr Sicherheit gibt es Überwachungskameras, Schließsysteme und Alarmanlagen; für mehr Komfort werden Musik, Türen, Fenster, Jalousien, Markisen oder Rollos gesteuert.
Die Übergänge zwischen Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz sind fließend. Ein elektrischer Rollladen beispielsweise ist nicht nur komfortabel. Wenn er sich zudem in einer kalten Winternacht automatisch wieder schließt, verhindert er das Auskühlen der Räume. Das spart sogar bis zu 25 Prozent Energie fand das Fraunhofer Institut für Bauphysik heraus. Im Sommer kann er zudem vor Überhitzung schützen und Kühllasten reduzieren.
Vernetzt heizen
Je mehr Komponenten sich gegenseitig mit Informationen versorgen, umso effizienter wird das System Haus. Wenn beispielsweise der Fenstergriff mit einem Sensor ausgestattet ist, kann er per Signal die Heizung abschalten solange gelüftet wird.
Der Energieverbrauch für ein angenehmes Hausklima lässt sich durch eine intelligente Regelung reduzieren. Regenerative Wärmeerzeugung, Wärmeverbrauch und Lüftung werden in Abhängigkeit vom Außenklima sowie bedarfszeit-, und baukonstruktionsgerecht gesteuert. Ihre Effizienz steigt mit einer sinnvollen Vernetzung. Wenn der Heizkessel beispielsweise weiß, was für Anforderungen aktuell und in naher Zukunft an ihn gestellt werden, kann er die Schaltfrequenz und damit die Wärmeverluste minimieren sowie Wartungsintervalle und Haltbarkeit vergrößern. Die Kosten, die eine korrespondierend geregelte Anlage produziert sind signifikant niedriger. Einfamilienhäuser lassen sich heute mit konfektionierten Steuerungssystemen gut regeln. Für Mehrfamilienhäuser oder komplexere Systeme kann unter Umständen auch ein eigens dafür programmiertes System sinnvoll sein.
Modernisierer, die sich unsicher sind, ob ein bestehender Heizkessel und die Heizkörperventile optimal regeln und die Heizungspumpe richtig dimensioniert ist, können als ersten Schritt die bestehende Heizanlage normgerecht prüfen lassen. Eine Modernisierung kann sich lohnen. So sparen hocheffiziente Heizungspumpen bis zu 60 Prozent Energie gegenüber konventionellen Pumpen. Das belegt das von der EU geförderte europäische Intelligent Energy-Programm.
Soziales Leben
Das Ziel von Ambient Assisted Living (AAL) ist es, die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen. Die Arbeitsgruppe Health & Care Solutions im Fraunhofer Institut beispielsweise entwickelte das intelligente Bad: inBath. Von ihm profitieren besonders geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen. Im inBath werden von vernetzten Sensoren Erinnerungshilfen zur täglichen Körperpflege bereitgestellt. Es erinnert beispielsweise an Medikamente und dokumentiert ihre Einnahme. Bei Bedarf wird eine externe Pflegekraft informiert.
Auf diese Weise soll die Autonomie der Nutzer erhöht und ein längerer Verbleib in der gewohnten Umgebung ermöglicht werden. 2009 eröffnete das Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe eine Demonstrationswohnung, bestehend aus Wohnküche, Schlafzimmer und Bad. In der Wohnung sind rund 30 vernetzte Sensoren und Geräte eingebaut, zum Beispiel ein Stürze erkennender Fußboden und ein EKG messender Fernsehsessel.
Künstliche Intelligenz?
Menschen träumen davon, dass ihr Haus „weiß“, wer sich wo aufhält oder bei welchem Licht und welcher Raumtemperatur er sich besonders wohl fühlt. Sie träumen von einer künstlichen Intelligenz als Schaltzentrale, oftmals auch befeuert durch Medienberichte und Softwarefirmen, die in ihren Aussagen weiter sind als in ihren Möglichkeiten. Doch Zurzeit ist das Haus nur so schlau wie der Bauherr. Ein intelligenter Bewohner entscheidet letztlich, wie viel Arbeit er sich durch die Haustechnik abnehmen lässt.
Der Artikel wurde von Achim Pilz für das greenhome Magazin verfasst
Die Solar-Trends 2010:
Es gibt viele Wege, Ihr Zuhause so auszustatten, dass Kosten und Nutzen in der Energiebilanz optimal ausgewogen sind. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Solar-Trends 2010, mit denen Sie Geld, Energie und letztlich auch Nerven sparen.
Einstieg mit Top line
Komplettsystem für Warmwasser
Auch bei komplexen Solaranlagen gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Wagner Solar hat mehrere Systeme entwickelt, um die Sonnenwärme aus Flachkollektoren optimal aufzunehmen und für Warmwasser oder die Heizung zu nutzen. Als Solarkollektoren kommen Euro C20 AR oder Euro L20 AR zum Einsatz, die ihre Leistung mit intelligenter Regeltechnik und verlustarmen Speichern entfalten. Die Pakete werden in drei Größen angeboten: Top line, Combi line oder Fresh line. Das Einsteigerpaket Top line ist zur solaren Erwärmung von Trinkwasser gedacht. Es bietet vier Flachkollektoren, einen Solarspeicher mit 300 oder 400 Litern Inhalt, eine Pumpenstation, den Solarregler und das Montagezubehör nebst Bauanleitung. Das Paket Combi line speist die Solarwärme auch ins Heizungsnetz ein. Dabei kommen sechs Kollektoren zum Einsatz, der Kombispeicher fasst 700 Liter. Fresh line nutzt zwölf Kollektoren, der Pufferspeicher hat bis zu 1.500 Litern Inhalt. Warmwasser wird in diesem Paket durch eine externe Frischwasserstation am Speicher erzeugt. www.wagner-solar.de
Solarkraft in Nadelstreifen
Mikromorphes Paneel kombiniert unterschiedliche Schichten
Der deutsche Hersteller Inventux hat ein Solarmodul auf den Markt gebracht, in dem zwei hauchdünne Siliziumschichten Sonnenstrom erzeugen. Unter dem Deckglas befindet sich eine wenige Tausendstel Millimeter dicke Schicht aus ungeordnetem (amorphem) Silizium, darunter eine zweite Schicht aus Silizium mit sehr feiner Körnung (mikrokristallin). Die Kombination der Schichten nennt man mikromorph. Das Modul ist 1,43 Quadratmeter groß und leistet 120 Watt. Bei dieser Dünnschichttechnik ist der Wirkungsgrad mit 8,4 Prozent zwar geringer als bei Modulen mit kristallinen Solarzellen. Aber die Paneele wirken anthrazit mit feinsten Nadelstreifen. Durch unauffällige Edelstahlträger auf der Rückseite kann man sie schnell montieren. Das Ergebnis ist eine glatte, einheitliche Solarfläche mit ansprechender Optik. Dünnschichtmodule sind billiger als kristalline Solarmodule, auch ist ihr Stromausbeute bei Schwachlicht oder teilweiser Verschattung deutlich besser. www.inventux.com
Alles in einem Paneel
Hybridsystem von Solarhybrid
Hybridkollektoren erlauben es, Strom und Wärme zugleich zu erzeugen. Das Paneel ist etwas dicker als ein herkömmlicher Sonnenkollektor, denn obenauf liegt ein Solarstrommodul, dessen Siliziumzellen Strom erzeugen. Aufgrund der Sonne und der Umwandlung des Lichts in Strom heizt sich das Modul auf, nicht selten auf mehr als 100 Grad Celsius. Der darunter liegende Solarkollektor führt die Wärme ab und nutzt sie aus, beispielsweise für Warmwasser. Auf diese Weise wird das Solarmodul gekühlt, was seine Ausbeute in den Sommermonaten deutlich erhöht. Der patentierte Hybridkollektor schafft 140 Watt elektrischer Leistung und 650 Watt Wärmeleistung je Quadratmeter Kollektorfläche. Der Hybridkollektor ist in fünf verschiedenen Größen zwischen 2,51 und 12,5 Quadratmetern lieferbar. Er ist für die Montage im Dach, auf dem Dach und an der Fassade geeignet. www.solarhybrid.ag
Spoiler für die Solaranlage
Flachdach besser nutzen
Neu entwickelt wurde das aerodynamische Flachdachsystem Futura Flat Roof, das Intersol seit kurzem anbietet. Der Spoiler wirkt wie bei den Fahrzeugen der Formel Eins: Es nutzt die anströmende Luft, um die Standsicherheit der Solarmodule zu verbessern. Flachdächer haben oft nur geringe Tragreserven. Um die Solarmodule gegen Sturm zu sichern, braucht man schwere Fundamente für das Montagegestell der Solartechnik. Mit dem Intersol-Spoiler kann man den Fundamente leichter auslegen, denn der Wind wirkt stabilisierend. Auch den Abstand zwischen den Modulreihen kann man aerodynamisch optimieren. Intersol bietet auch Montagesysteme an, um die Solarpaneele in die wasserführende Schicht des Daches zu integreren. Das spart die Dacheindeckung. www.intersol.eu
Spezialschrauben gegen Diebe
LocTec verhindert Modulklau
Die Firma Arnold Umformtechnik hat die Modulsicherung LocTec entwickelt, um den Diebstahl von Solarmodulen unmöglich zu machen. Die Module werden mit speziell geformten
Schrauben gesichert, die nur mit dem passenden Schrauberwerkzeug von Arnold festgezogen werden kann. Will ein Dieb die Schraube herausdrehen, nützt ihm das Spezialwerkzeug jedoch wenig. Denn die Demontage erfolgt nur, indem man die Schraube aufbohrt. Der hohe Arbeitsaufwand und der Lärm sollen den Diebstahl verhindern. LocTec-Schrauben gibt es für allen gängigen Verschraubungen. Auf diese Weise kann man sie auch im Nachhinein einsetzen. www.arnold-umformtechnik.de
Module wie Dachziegel
Unauffälliges Kraftwerk auf dem Dach
Der bayerische Dachziegelfabrikant Creaton bietet unauffällige Solarziegel an, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen. Die Solarmodule sind genauso hoch wie Dachziegel und zwei Meter lang. Sie werden anstelle der Ziegel direkt in die Dachdeckung eingehängt. Mehrere Modulreihen übereinander ergeben eine Solarfläche, die optisch sehr einem Ziegeldach ähnelt. Die Solarelemente fügen sich sehr gut in schwarze Dächer ein, da alle metallischen Flächen abgedunkelt wurden. Der schwarze Rahmen besteht aus beschichtetem Aluminium, die Kabel zur Verdrahtung sind mit einer dunklen Folie verdeckt. Die rund elf Kilogramm schweren Module lassen sich mit einer Aufhängnase in die Dachlattung einhängen. Creaton bietet die Solaranlage für zwei bis 5,5 Kilowatt Leistung an, komplett mit Wechselrichter und Verkabelung. www.creaton.de
Kraftvoll wie ein Espresso
Bis zu 35 Liter warmes Wasser in der Minute
Der Solarhersteller Paradigma hat verschiedene Komplettanlagen für Warmwasser und Heizwärme aus Solarenergie im Angebot. Dabei setzt man auf so genannte Vakuum-Röhrenkollektoren (CPC). Sie sind leistungsstärker als Flachkollektoren und halten größere Hitze aus. Immerhin klettert die Temperatur in den Kollektoren im Hochsommer schnell auf 200 Grad Celsius. Je nach Anforderung des Kunden werden die Kollektorflächen und der Speicher optimal ausgelegt. Solarstation und Regler runden die Aqua-Pakete ab. Die Aqua-Pakete erzeugen das Warmwasser aus einer Frischwasserstation, die im Lieferumfang des Speichers Aqua Espresso enthalten ist. Ihre Spitzenzapfleistung beträgt 35 Liter pro Minute. Das reicht auch für ein Mehrfamilienhaus, in dem mehrere Badewannen, Duschen oder Waschbecken gleichzeitig versorgt werden. www.paradigma.de
Solarertrag fürs Wohnzimmer
Fernabfrage des Wechselrichters über Funk
Der österreichische Solarspezialist Fronius ist für neue Ideen bei Wechselrichtern bekannt. Jetzt kam das Fronius Personal Display auf den Markt, mit dem man sich auf bequeme Weise über den Solarertrag seiner Photovoltaikmodule auf dem Dach informieren kann. Der lästige Gang zum Wechselrichter im Keller entfällt. Das Display lässt sich einfach im gewünschten Raum des Hauses platzieren und schon ist man jederzeit über alle aktuellen Daten – von bis zu 15 Wechselrichtern – informiert. Die Datenübertragung erfolgt per Funkverbindung. Nachts stellt das Personal Display die Sammeldaten des Vortages dar. Die Installation ist denkbar einfach: Man schiebt die Personal Display Card in einen Wechselrichter der Fronius IG-Serie, montiert in der Nähe die kleine Antenne und schon beginnt der Datenaustausch. Kein Stemmen, keine aufwändige Verkabelung: nur Plug and Play. www.fronius.com
Sicher am Netz
Wechselrichter ohne Trafo
Kaco in Neckarsulm ist Spezialist für trafolose Wechselrichter. Bei der Umsetzung des solaren Gleichstroms in Wechselstrom zur Netzeinspeisung erzielen sie eine höhere Solarstromausbeute als Wechselrichter mit galvanischer Trennung, sprich: Transformator. Mit der Produktserie Powador deckt Kaco nahezu alle Leistungsbereiche für Photovoltaikanlagen ab. Powador 2500xi erzielt eine Leistung beim Netzanschluss (Wechselstrom) von maximal 2.850 Watt. Der trafolose Umrichter ist für kleine Solarstromanlagen mit bis zu 3.200 Watt Leistung im Solarkreis (Gleichstrom) geeignet, auch als Einzelgerät. Bei größeren Anlagen schaltet man mehrere Solarmodule in einem String zusammen, jeder String erhält einen eigenen Wechselrichter. Alle Powador-Geräte haben ein spezielles Relais, um den Solarstrom bei Bedarf auch für das eigene Heim zu nutzen. www.kaco-newenergy.de
Carport liefert Sonnenstrom
Freiflächen gut ausnutzen
Der witterungsbeständige Solarcarport Quick-Line des brandenburgischen Systemanbieters MP-Tec besteht aus rostfreiem Edelstahl und Aluminium. Er ist individuelle erweiterbar und deshalb auch zur Überdachung größerer Parkflächen geeignet. Das Gitterrohrsystem ist von der Dekra zertifiziert. Der Solarstrom wird aus Hochleistungsmodulen mit Siliziumzellen von Solon erzeugt, in blauer oder schwarzer Optik. Der Solarcarport lässt sich leicht in seine Einzelteile zerlegen, innerhalb von kürzester Zeit demontieren und transportieren. www.mp-tec.de
Kleiner Fläche – hohe leistung
Bosch bringt neue Solarmodule
Von Bosch gibt es nicht nur Schwingschleifer oder Einspritzpumpen für Motoren. Seit September hat Bosch auch Solarmodule im Angebot. Das Modul Bosch c-Si M60 besteht aus 60 monokristallinen Solarzellen und leistet zwischen 220 und 240 Watt. Die Oberfläche ist fast schwarz mit feinem, weißem Liniennetz. Die Version P60 (bis 220 Watt) besteht aus multikristallinen Zellen, seine Oberfläche schimmert im typischen Siliziumblau. Obenauf liegt ein Deckglas, die Rückseite des Moduls bildet eine witterungsfeste Folie. Die Module messen 1,67 Meter mal knapp einen Meter und wiegen 22 Kilogramm. Sie werden anschlussfertig ausgeliefert. Beide Modultypen gibt es auch mit 48 Zellen, sie sind kleiner: 1,33 Meter mal einen Meter. Dieses Modell wiegt nur 16 Kilogramm, leistet aber auch weniger: 195 Watt (M48) oder 180 Watt (P48). www.bosch-solarenergy.de
Schutz gegen Blitzstrom
Neuer Schutzschalter für die Photovoltaik
Manchmal stecken gute Ideen im verborgenen: Der neue Überspannungsableiter DehnGuard M YPV SCI 1000 verbessert den Schutz von Solarstromanlagen gegen Blitze und Überspannungen. Dieses Thema wird von den Bauherren und Installateuren leider oft vernachlässigt. Dehn bietet eine galante Lösung an, die teure Investition abzusichern. Der neue Ableiter enthält eine Abtrenn- und Kurzschließvorrichtung und eine integrierte Sicherung. Er wurde speziell für den Gleichstromkreis von Solargeneratoren konzipiert. Die Sicherung befindet sich im Kurzschlusspfad des Ableiters. Sie trennt den Ableiter bei Überlast vollständig vom Gleichstromkreis. Zugleich verhindert der DehnGuard, dass sich ein Lichtbogen ausbilden kann, der die Anlage und das Dach in Brand setzt. Der Ableiter ist auch in Solaranlagen mit Dünnschichtmodulen einsetzbar. Dünnschichtmodule liefern sehr hohe Spannungen, bis 1.000 Volt. Der DehnGuard wird in den Generatoranschlusskasten eingebaut. www.dehn.de
Geregelte Wärmeströme
Schnelle Montage des flachen Geräts
Watts Industries aus Landau offeriert eine montagefreundliche und kompakte Solarstation, die den Solarkreis einer Kollektoranlage und die Wärmeströme zu den Speichern regelt. Die Solarstation der Baureihe 8000 steuert auch das Zusammenspiel mit einem Gaskessel, einer Wärmepumpe oder einer Stückholzfeuerung. Die Solarstation ist fertig montiert und elektrisch und pneumatisch geprüft. Die vordere Isolierschale der Station ist in verschiedenen Farben erhältlich. Ihre hintere Isolierschale ist sehr flach gehalten, so dass alle Komponenten leicht zugänglich sind. Zudem liegt die Solarstation direkt an der Wand an. Das ermöglicht die einfache und schnelle Befestigung. Praktisch sind die integrierten Belüftungsschlitze über der Solarkreispumpe. Die kompakte Solarstation hat eine kurze Bauhöhe von nur 308 Millimetern und eine Breite von 250 Millimetern. Bei den neuen Kugelhähnen ist die metallische Schwerkraftbremse mit einer Dichtung in der Kugel integriert, so dass die Leckrate gleich Null ist. Die Sicherheitsgruppe umfasst Manometer, Sicherheitsventil und einen Hahn zur Entlüftung. Alle Bauteile sind für die hohen Temperaturen im Solarkreis tauglich und vom TÜV geprüft. Optional ist die Solarstation 8000 mit Datenstick für die Datenaufzeichnung erhältlich. www.wattsindustries.de
Sparbüchse statt Dach
Kollektoren zur Dachsanierung
Viele Hausbesitzer stehen vor einer Investition, die sie zögern lässt: Denn die Neueindeckung eines Daches kostet viel Geld. Wer klug rechnet, ersetzt die alten Schindeln durch passgenaue Solarkollektoren oder Photovoltaikmodule. Junkers bietet seit kurzem sehr flache Solarkollektoren an, die aufgrund ihrer geringen Bauhöhe speziell für die Indachmontage geeignet sind. Die Kollektoren bringen zusätzliche solare Erträge, weil ein speziell beschichteter Vollflächenabsorber nahezu die ganze Sonnenenergie einfängt. Zusätzlich sorgen S-förmig gebogene Absorberrohre für eine bessere Wärmeübertragung auf das Solar-Fluid. Der Kollektorrahmen ist aus leichtem, witterungsbeständigem Fiberglas gefertigt, eine Idee aus dem Flugzeugbau. Da die Kollektoren nur neun Zentimeter hoch sind, fügen sie sich harmonisch ins Dach ein. www.junkers.com
Solarfenster
Sonnenenergie öffnet das Dachfenster
Warum den Solarstrom nicht gleich an ort und Stelle nutzen. Beispielsweise um schwer zu erreichende Dachfenster per Fernbedienung zu öffnen. Velux bietet jetzt genau so ein solarbetriebenes Dachfenster an. Den Strom bezieht das Fenster direkt von kleinen Solarkollektoren, die an der Oberseite angebracht sind. Das System ist somit komplett unabhängig von häuslichen Stromnetz. Besonders beim Austauschen alter Fenster dirch dieses neue System entstehen Vorteile, da keine Elektrik verlegt werden muss. www.velux.de
Text: Heiko Schwarzburger für das greenhome Magazin 01/2010
Formschöner Sunny Boy
Was für ein schicker Stromzähler. Der “Sunny Boy 4000TL”
von SMA ist ein Solar-Wechselrichter, also ein Gerät, das Solarstrom so umwandelt, dass er ins Netz eingespeist werden kann. Wie viel Strom man gewonnen hat oder welche Leistung die Anlage erbringt, lässt sich dank Bluetooth kabellos auf dem Notebook oder PC feststellen.
Der Hersteller schreibt über sein sonniges Stück: Kommunikativer, anwenderfreundlicher und effizienter denn je, setzen die Sunny Boys 3000TL, 4000TL und 5000TL neue Maßstäbe in der Wechselrichter-Technik. Modernes Grafik-Display, Anzeige der Tageswerte auch nach Sonnenuntergang, vereinfachtes Montagekonzept und kabellose Anlagenkommunikation mit dem Weltstandard Bluetooth: Die Geräte der neuen Generation lassen kaum einen Wunsch offen. Mit einem Spitzenwirkungsgrad von 97 Prozent sorgen der Sunny Boy 4000TL und 5000TL als trafolose Multi-String-Geräte für den optimalen Solar-Ertrag, maximale Flexibilität bei der Anlagenplanung sowie eine außergewöhnliche Modulabdeckung – und sind erste Wahl bei anspruchsvollen Generatorkonstruktionen.
Die Wohnung, die mitdenkt
Wünscht man sich nicht manchmal, dass man morgens von frischem Kaffeeduft geweckt wird, ohne dafür extra aufstehen zu müssen? Dass das Wasser schon warm in der Wanne sprudelt, wenn man abends nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt? Zukunftsmusik? Nein. Der Berliner Sven Apfeld hat sich den Traum von einer intelligenten Wohnung verwirklicht.
„Es gibt eigentlich nichts, was man heutzutage nicht mit gebäudeübergreifenden Steuerungssystemen regulieren kann, außer vielleicht die Freundin oder das Haustier“, lacht Sven Apfeld. Der 39-jährige Hubschrauberpilot hat seine Berliner Altbauwohnung in eine Hightech-Oase verwandelt. „Tägliche Dinge des Lebens, die oft zeitraubend und nervig sind, werden bei mir vom Computer vereinfacht bzw. gesteuert“, erklärt Apfeld.
Alles beginnt morgens mit dem Wecken: Zur voreingestellten Zeit beginnt die am Abend vorher ausgewählte Audioquelle (CD oder Radio) ganz leise zu spielen, um langsam immer lauter zu werden. Dreißig Minuten vor der Weckzeit wird die aus Energiespargründen und zum gesünderen Schlaf voreingestellte niedrigere Raumtemperatur während der Nacht automatisch auf das gewünschte Tagesniveau angehoben. Um im Sommer angenehme Kühle und im Winter wohlige Wärme zu haben, nutzt Sven Apfeld die Vorzüge einer modernen Daikin Klimaanlage. An die voreingestellte Weckzeit lassen sich beliebig weitere Funktionen der Wohnung koppeln: Die Fußbodenheizung im Bad, der Backofen zum Aufbacken der Brötchen, die Kaffeemaschine – die Wohnung erwacht zum Leben.
Alle Funktionen der 105 qm großen Wohnung werden über ein Steuerungssystem und so genannte Touchpanels, die in jedem Raum anstelle normaler Lichtschalter installiert wurden, gesteuert. Für den mobilen Betrieb existieren zwei drahtlose Touchpanels. „Die meisten der Einbauten habe ich selbst gemacht. Das Projekt ‚Intelligentes Wohnen’ hat mich so sehr begeistert, dass dies der Startschuss zu meiner Selbstständigkeit war“, erklärt Sven Apfeld. Per Knopfdruck kann er Wasser in die Wanne laufen lassen. Sobald die Wanne voll ist, ertönt aus allen in der Wohnung installierten Touchpanels eine sympathische Frauenstimme: „Die Wanne ist jetzt bereit“. Nach dem Bad tippt Sven Apfeld einfach auf das Touchpanel und das Wasser läuft ab, fünf Minuten danach startet die automatische Auswaschanlage.
Wenn jeden Dienstag um 10 Uhr die Putzfrau kommt, benötigt sie keinen Schlüssel. Es reicht, wenn sie mit ihrem Zeigefinger über den Fingerprintleser an der Eingangstür fährt, damit die Tür sich öffnet. Der Finger der Putzfrau ist allerdings nur für Dienstag zwischen 10 und 11 Uhr freigegeben, zu anderen Zeiten kann sie die Wohnung auf diesem Wege nicht öffnen.
In allen vier Zimmern sorgt eine Daikin Klimaanlage vom Typ „YourStyle“ für angenehme Temperaturen. Besonders raffiniert war die Montage der sogenannten Interfactechnik, die die nahtlose Einbindung der Klimaanlage in die Haussteuerung ermöglicht. Die vier Innengeräte der Multi-Splitanlage sind mit einem Außengerät verbunden, das sich auf dem Balkon befindet. Die Klimaanlage wurde so an die Bedürfnisse von Sven Apfeld angepasst, dass sie sich in dem Raum abschaltet, in dem ein Fenster geöffnet wird. „Ich verwende die Klimaanlage nicht nur zum Kühlen sondern auch zum Wärmen“, so Sven Apfeld. Durch die moderne Inverter-Wärmepumpe hat er die Möglichkeit, eine Tag- und Nachttemperatur vorzuwählen. Diese vorgewählte Temperatur wird, wenn er es wünscht, ganzjährig annähernd gehalten – egal ob Sommer oder Winter. „Die Zentralheizung schalte ich nur in absoluten Ausnahmefällen an, denn bei täglicher Verwendung der Klimaanlage betragen die Stromkosten für die Daikin Klimageräte nur 37 Euro im Monat.“ Kaum zu glauben bei so viel Hightech. Aber eine intelligente Wohnung denkt eben auch bei den Kosten mit.
Quelle: Daikin







