Solartrends 2020

Kaum eine greenhome-Branche erfährt aktuell einen solchen Innovationswind wie der Solar- und Photovoltaikbereich. Gerade für private Sonnennutzer ergeben sich einige spannende Entwicklungen, die wir in den Solartrends 2020 für sie zusammengefasst haben.

Trend 1
Solarbenzin schafft Tankstelle ab
Alex Melzer, Gründer des deutschen Greentech Start-ups Zolar bringt diesen Trend auf den Punkt: „Seit Jahren ist in Deutschland das Elektroauto gewünscht und erwartet, der Durchbruch scheitert aber nach wie vor an der ungenügenden Infrastruktur für Ladepunkte. Doch 30 Prozent aller Deutschen leben in einem eigenen Haus und verfügen über ausreichend Grundfläche, um Solaranlagen zu installieren. Deutschland, das Land der Hauseigentümer, hat damit die Chance, den Switch zum “elektrischen Benzin” auch ohne die öffentliche Hand zu vollziehen. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kann jeder den eigenen Kraftstoff in Form von Strom selber produzieren und über die hauseigene Ladestelle in das Elektroauto einspeisen. Im Vergleich zum Benziner ist das Tanken des E-Autos mit dem eigenen Strom um Längen günstiger.”
Mehr unter www.zolar.de

Trend 2
Ein Hauskraftwerk sorgt für Unabhängigkeit
Das Hauskraftwerk (ein Patent des Osnabrücker Unternehmens E3/DC ) ist eine Lösung mit integriertem Solarwechselrichter und Energiemanagement. Bei einem Stromausfall baut das dreiphasige Gerät ein eigenes Netz auf: Es versorgt das Haus aus dem Speicher und – abhängig vom Wetter – auch aus der PV-Anlage weiter mit Energie. Weil das Hauskraftwerk nicht nur Elektrogeräte über das Hausnetz bedient, sondern auch Wärmepumpen und Wallboxen zum Laden des Elektroautos gezielt ansteuern kann, hat ein solches Speichersystem eine Sektorenkopplung gewissermaßen in den Genen. Zum Einsatz kommt hier eine Lithium-Ionen-Batterie nach Automobilstandard; also besonders leistungsfähige Akkus, die hohe Entladeleistungen unterstützen. Das Hauskraftwerk „S10 E PRO“ beispielsweise bietet eine Entladeleistung von bis zu 12 kW. Die Kapazität ist aber sogar auf 19,5 kWh und mit externen Batterieschränken schrittweise auf bis zu 39 kWh erweiterbar. Ein echtes Kraftwerk zu Hause.
Mehr unter www.e3dc.com

Trend 3
Konsumenten werden zu Prosumern
Je mehr Menschen Ökostrom selbst produzieren, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Stromerzeugern und -verbrauchern. Als Prosumer nehmen Verbraucher aktiv am Energiemarkt teil. Der Haushalt wird zum Stromerzeuger, wie ein kleines Energieversorgungsunternehmen. Diese zunehmende Dezentralisierung und Digitalisierung setzt natürlich auch neue Anforderungen an die Systemtechnik voraus. „Immer mehr Energiekonsumenten werden zu „Prosumern“, die ihren Strom selbst erzeugen und vermarkten möchten. Um in diesem neuen System sicherzustellen, dass die Energie möglichst vor Ort genutzt und nicht ungesteuert ins Stromnetz eingespeist wird, müssen die Erzeuger auf lokaler Ebene mit Speichersystemen und weiteren Sektoren wie Heizung, Lüftungs- und Klimatechnik oder E-Mobilität gekoppelt werden. Außerdem müssen die Erzeugung aus kleinen, dezentralen Einheiten und der Verbrauch im Stromnetz jederzeit ausgeglichen sein“, weiß Jürgen Reinert von SMA, Spezialist für Photovoltaik-Systemtechnik.
Mehr unter www.sma.de

Trend 4
Bezahlbare Solarlösungen
Sharing und Mieten sind gerade der Megatrend. Warum also nicht auch bei Solaranlagen. Das dachte sich zumindest das Münchner Unternehmen MEP. Dort bietet man ein standardisiertes, langfristiges und erschwingliches Modell für die Vermietung vom Solaranlagen an Privathaushalte an. Bereits für rund 50 Euro im Monat ist beispielsweise eine 2 kWp Solaranlage zu mieten. In den Monatspauschalen sind jeweils umfangreiche Services im Preis inbegriffen, etwa die Lieferung, kostenlose Reparatur, Versicherungen, die spätere Demontage und Abholung bzw. die sachgerechte Entsorgung. Und was macht man dann mit dem selbst erzeugten Strom? Dafür bietet man bei MEP gleich noch die passenden Haushaltsgeräte (von Bosch) an. Beispielsweise ein Mietpaket aus drei Geräten wie Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler.
Mehr unter mep-werke.de

Trend 5
Frische Solar-Luft für die Garage
So lange noch nicht in jeder Garage ein geruchsfreies E-Auto steht, tut Lüftung Not. Warum nicht mit Hilfe der Sonne? Dachte man sich beim Garagenspezialisten Zapf und erfand das Klimasystem „Solar Venti“. Mit ihm lässt sich die Garage belüften, entfeuchten und erwärmen und das auf Basis von regenerativ erzeugtem Strom. Die Funktionsweise dabei ist simpel: Ein Warmluftkollektor, montiert auf dem Dach oder im oberen Bereich der Seitenwände, saugt frische Luft an und erwärmt diese mithilfe von Sonnenlicht. Die erwärmte Luft wird über einen Ventilator in die Garage eingeblasen und die kalte, feuchte Luft automatisch nach außen gedrückt. Es gibt – neben der autark arbeitenden Version – auch eine Variante mit Elektroanschluss, die sich automatisch über einen Controller steuern lässt. Das erlaubt eine Festlegung der Wunschtemperatur ganz nach Bedarf, eine aktive Luftfeuchte- und Taupunktkontrolle sowie den Timerbetrieb.
Mehr unter www.garagenmodernisierung.de

Trend 6
Smarte Wechelrichter
Der neueste Trend bei Wechselrichtern sind integrierte, hocheffiziente Hybrid-Modelle. Diese sorgen für einen hohen Gesamtwirkungsgrad des Systems. Photovoltaik-Anlagen können AC- oder DC-seitig angekoppelt werden, was es dem Kunden ermöglicht, Effizienz und Flexibilität zu verbinden und den Speicher mit jeder PV-Anlage zu kombinieren. Das System entscheidet selbstständig, ob der Stromspeicher für das E-Auto, den Haushaltsbetrieb (siehe Bild) oder eine Einspeisung erfolgt. Mit an Bord: Notstrom- versorgung und Netzersatzbetrieb, die für Sicherheit sorgen, da der Verbraucher auch bei einem Ausfall des Netzes weiter mit Strom versorgt werden kann.
Mehr unter www.senec.com

Trend 7
Behind the meter
Wichtige Treiber der Energiewende sind aktuell Systeme zur Optimierung des Eigenverbrauchs „behind the meter“ (BTM, englisch für „hinter dem Zähler“) im Gegensatz zu Installationen in Energieversorgergröße „vor dem Zähler“. Anbieter wir Q Cells bieten hierzu modulare Softwarelösungen, die mithilfe einer nutzerfreundlichen Oberfläche einen vollständigen Überblick über den eigenen Energieverbrauch ermöglichen. Diese Software kann als Smartphone-App installiert werden und erlaubt so rund um die Uhr einen direkten Überblick über Energieverbrauch, -speicherung und -einspeisung „behind the meter“.
Mehr unter www.q-cells.de

Trend 8
Online-Konfigurator für Solaranlagen
Das Berliner Energie-Start-up Zolar bietet Eigenheimbesitzern einen neuen Weg, Solar- und Batteriesysteme individuell zu konfigurieren, auszuwählen und online zu kaufen. Auf der Unternehmenswebsite können sich Eigenheimbesitzer für den Online-Konfigurator registrieren, der automatisch die optimale Systemkonfiguration für das Haus zum Festpreis erstellt. Der Nutzer kann dann individuelle Anpassungen vornehmen und dabei aus einer breiten Palette von Solarmodulherstellern sowie Stromspeichern wählen. Ein ähnliches System bietet Fronius mit dem „Solar Configurator“ an. So lassen sich selbst komplexe PV-Anlagen problemlos und optimal dimensionieren. Mit an Bord: Ertragsprognosen, die dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Mehr unter www.zolar.de oder www.fronius.com

Bilder: Adobe Stock, E3DC, Gira, Zapf, Senec

Stromkosten senken

Das könnte Ihnen auch gefallen...