Gut verputzt

Die Auswahl des richtigen Putzes ist immens wichtig und aufgrund des riesigen Angebots gar nicht so einfach. Wir erklären Ihnen, worauf es ankommt und was Sie unbedingt bedenken sollten.  

Vielfach unterschätzt und doch elementar wichtig – der Putz wertet Gebäude nicht nur optisch auf, sondern trägt auch zu einem angenehmen Raumklima und einem funktionierenden Wärme- und Feuchtehaushalt bei. Deshalb gehört das Verputzen zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg zum neuen oder sanierten, energieeffizienten Wohlfühl-Eigenheim – und zwar sowohl innen als auch außen. Denn die Vorteile sind so bedeutend, dass kein Haus ohne einen individuell passenden Putz auskommt.

 

Das sind die Vorteile

Der richtige Putz ist in der Lage, das Raumklima unterstützend zu regulieren und überzeugt durch seine positive Dämmwirkung. Er speichert überflüssige Wärme und gibt sie nach und nach wieder ab, wenn es im Gebäude kühler wird – eine tolle Möglichkeit, die dabei hilft, die Räume angenehm zu temperieren. Zudem reguliert er innen auch die Luftfeuchtigkeit, indem er Feuchtigkeit aufnimmt und so für ein tolles Raumklima sorgt. Schimmel wird auf diese Weise vorgebeugt. Darüber hinaus bietet er an der Außenseite des Hauses Schutz – zum Beispiel vor Algen, Feuchtigkeit, Schmutz sowie Korrosion und trägt damit zu einer dauerhaft intakten und schönen Fassade bei. Im Innenbereich ist er auch deshalb wichtig, weil Tapeten und Fliesen an glatten Untergründen nicht richtig haften. Werden die Wände dagegen sachgemäß verputzt, so hält auch die neue Traumtapete oder Fliese perfekt. Putz dient als Grundlage für vielfältige Wand- und Fassadengestaltungen innen und außen. Sinnvoll sind zum Beispiel verputzbare Innendämmplatten wie beispielsweise ID Standard von Homanit, die durch den Rohstoff Holz kapillaraktiv und feuchteausgleichend sind. Auch putzfähige Holzfaserdämmplatten für Wärmedämmverbundsysteme, wie beispielsweise Diffutherm von Pavatex, sind eine gute Möglichkeit und bestehen aus mehreren Plattenlagen unterschiedlicher Rohdichte.

Aber nicht nur die Funktion zählt, sondern natürlich auch die Optik. Schließlich könnte man den Putz salopp als Gesicht des Hauses bezeichnen. Wer sein Zuhause individuell gestalten oder besondere Akzente setzen möchte, kann das mithilfe des Putzes und der entsprechend strukturierten Oberfläche tun – hierfür gibt es eine riesengroße Vielfalt an Möglichkeiten. Die optische Wirkung unterstreicht den ganz eigenen Charakter des Hauses. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, welches Produkt und welche Technik sich für Ihr kreatives Vorhaben am besten eignet und gleichzeitig durch gute Werte und für Sie passende Funktionen punktet.

So unterscheiden sich Putze

Dass Putze wichtige Funktionen erfüllen, steht also außer Frage. Hinsichtlich der Auswahl gibt es allerdings einiges zu beachten. Denn es gibt wahnsinnig vielfältige Produkte mit speziellen Funktionen und für verschiedene Einsatzbereiche, daher ist das Thema sehr komplex. In erster Linie hängt die Auswahl natürlich auch davon ab, ob Sie einen Außen- oder Innenputz suchen.

Putze lassen sich nach vielen verschiedenen Kategorien unterscheiden. Grundsätzlich kann man sie in mineralische und organisches Bindemittel unterteilen. Zu ersteren gehören beispielsweise Lehm und Kalk. Das Bindemittel hat unter anderem Einfluss auf die Härte und Festigkeit. Die Bestandteile von Putzen variieren stark, weshalb sie sich auch danach unterscheiden lassen. Auch in Innen- und Außenputz kann kategorisiert werden.

Da es so unterschiedliche Formen und Anforderungen gibt, lässt sich nicht allgemein entscheiden, welcher Putz sich am besten für Ihr persönliches Projekt eignet. Das hängt zum Beispiel auch vom jeweiligen Untergrund der Fassade ab. Daher ist es umso wichtiger, das Projekt Putz in sachgemäße Hände zu geben, empfiehlt auch das Unternehmen Sakret Trockenbaustoffe, das eine Vielzahl an Putzsystemen anbietet: „Wo sich vieles machen lässt, wächst das Risiko der falschen Entscheidung. Weshalb das Thema Putz – anders als manche meinen – nie Lösungen nach Schema F akzeptiert, sondern in der Planung wie Ausführung höchste Professionalität verlangt“, so Sakret.

Ein seriöser Fachmann wird Sie umfassend beraten und Ihr Vorhaben anschließend perfekt umsetzen. Schließlich möchte man mit dem Putz neben den wichtigen Funktionen wie dem Schutz auch optische Highlights setzen, weshalb das gelungene Auftragen besonders wichtig ist. Die Handhabung hängt von dem entsprechenden Putz ab, denn hier gibt es große Unterschiede.

Natürliche Putze

Besonders empfehlenswert sind ökologische Putze, die durch natürliche Materialien punkten. Wer sich ein energieeffizientes und nachhaltiges greenhome wünscht, legt natürlich auch Wert auf grüne Baustoffe. Und das aus guten Gründen: Bestimmte Stoffe, die in vielen Baumaterialien stecken und über die Raumluft eingeatmet werden, können beispielsweise negative Effekte auf die Gesund- heit haben. Dazu gehören unter anderem Weichmacher, die oft in Kunstharzputzen stecken. Wer das vermeiden möchte, kann auf ökologische und schadstofffreie Putze zurück- greifen. Grundsätzlich sind ne- ben speziellen Ökoputzen auch naturbelassene mineralische Putze eine gute Alternative. Achten Sie allerdings darauf, dass es sich tatsächlich um natürliche Mineralputze handelt, denn hier können grundsätzlich auch Schadstoffe beigemischt sein.

Ein riesiger Vorteil von natürlichen Putzen: Es gibt solche, die nicht nur keine Schadstoffe enthalten, sondern stattdessen sogar das Klima und die Luft verbessern können, wie beispielweise das Rotkalk-Putzsystem von Knauf. Diese bauen aktiv Schadstoffe wie Formaldehyd, Kohlenwasserstoffverbindungen, Stickstoff und flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft ab und regulieren die Luftfeuchte. Zudem weisen natürliche Dämmstoffe sehr gute thermische Eigenschaften auf und können Gerüche, zum Beispiel vom Kochen, binden. Darüber hinaus schaden sie der Umwelt nicht.

Als natürliche Putze eignen sich besonders Lehm und Kalk. Beide sind schon seit vielen Jahren bekannt und aufgrund ihrer positiven Wirkung tolle Lösungen. Kalk ist diffusionsoffen und wirkt antiseptisch. Schimmel kann sich darauf nicht ausbreiten – ein immenser Vorteil. Zudem kann er Gerüche und bis zu einem gewissen Grad sogar Schadstoffe aus Luft aufnehmen. Er ist weiterhin ein natürliches Material, ebenso wie Lehm. Dieser wird schon seit etlichen Zeiten als natürlicher Putz verwendet und überzeugt auch durch eine positive Ökobilanz und seine Nachhaltigkeit. Er kann wiederverwendet werden und muss kaum verarbeitet werden. Wer auf eine edle und außergewöhnliche Innenbeschichtung mit sehr guter Ökobilanz setzen möchte, für den könnte Baumwollputz das Richtige sein. Dieser ist wie Lehm recycelbar, er wird in der Regel anstelle von Tapeten oder Farben verwendet. Seine Vorteile liegen in der guten Feuchteregulierung und Schallabsorbtion, außerdem ist er diffusionsoffen und beugt Schimmel vor.

Darauf sollten Sie achten

Hier finden Sie einige wichtige Werte und Faktoren im Überblick, die Ihnen bei der Auswahl des passenden Putzes helfen.

Diffusionsoffen und wasserabweisend: Putze, die diffusionsoffen sind, können Wasserdampf aufnehmen und zwischenspeichern. Das ist grundsätzlich positiv, da es dazu beiträgt, dass ein angenehmes Raumklima herrscht und nicht übermäßig viel Feuchtigkeit in der Luft ist. An Innenwänden sind diffusionsoffene Putze daher eine tolle Möglichkeit. Allerdings ist es an der Außenfassade aufgrund von Nässe durch Regen und Schnee besonders wichtig, dass nicht zu viel Feuchtigkeit eindringt. Allgemein sollten Außenputze daher wasserabweisend und trotzdem bis zu einem gewissen Grad diffusionsoffen sein. Ein guter Kompromiss können Silikonharzputze sein, die zwar diffusionsoffen sind und Wasserdampf von innen nach außen entweichen lassen, allerdings auch außen aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften schützen.

pH-Wert: Alkalische Putze, zum Beispiel aus Kalk, haben einen sehr hohen pH-Wert, der Schimmelbildung verhindert und antibakteriell wirkt.

Elastizität: Bei elastischen Putzen kommt es nicht so schnell zu Rissen wie bei spröden Putzen, da diese sich Spannungsveränderungen, zum Beispiel durch Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte anpassen.

Witterungsbeständigkeit: Sie bestimmt, wie gut der Putz schützt und wie langlebig er ist. Eine hohe Witterungsbeständigkeit ist für Außenputze Grundvoraussetzung.

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