Gartenparadiese

So abwechslungsreich und bunt wie die Jahreszeiten kann auch der eigene Garten sein. Das richtige Konzept vorausgesetzt, entfalten die begrünten Flächen vor dem Haus ihre Schönheit mit jedem Monat aufs Neue.

Egal ob als stolzer Gartenbesitzer mit dem Wunsch nach Veränderung oder aber als  angehender Bauherr: Wünsche werden nur mit guter Beratung und sorgfältiger Planung wahr. „Ein Masterplan ist wichtig und den sollte man vor dem ersten Schritt und der ersten Investition aufstellen“, rät der Gartenarchitekt und Gartendesigner Florian Sigmund. Er betrachtet den Garten als erweiterten Lebensraum des Hauses. „Beide Bereiche stehen in einem engen Bezug zueinander. Idealerweise fließt der Wohnraum von innen nach außen. Das schafft Weite und ermöglicht spannende Blickbeziehungen zur Landschaft“, erklärt der Inhaber der Firmen Atelier Verde und Campo Verde.

Individualität entscheidet
Seit über 20 Jahren plant Florian Sigmund anspruchsvolle private Gärten. Wichtig ist dem freien Gartenarchitekten der intensive Austausch mit den Gartenbesitzern schon lange, bevor die geplanten Veränderungen und Neugestaltungen beginnen.  Denn im direkten Kontakt vor Ort könne man am besten herausfinden, was sich die Kunden langfristig wirklich wünschen, weiß Sigmund. „Mir geht es vor allem um Individualität, darum, einen passenden Gartenstil zu entwickeln“, beschreibt der Gartendesigner sein Handwerk. „Ob Ästhet, Genießer, ob Freund modernen Designs oder Romantiker – jeder Typ hat seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche“, so Sigmund. Gerade deshalb sei es wichtig, für die persönlichen Ansprüche jeweils ein individuelles Konzept herauszuarbeiten, das lange Freude macht. Daher nennt Florian Sigmund seine Gartenentwürfe auch Konzepte fürs Leben. Am Anfang stehen aber immer Bilder des eigenen Gartens, die ein Kunde im Kopf hat.

„In Büchern, Zeitschriften, auf Gartenschauen und beim Nachbarn sehen wir viele verschiedene Möglichkeiten und Beispiele, wie ein Garten gestaltet werden kann“, weiß Florian Sigmund. Doch nicht immer passen diese Vorbilder auch zum eigenen Garten. Deshalb rät der Gartenarchitekt, die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen: Welche Wünsche und Ziele habe ich persönlich für meinen Garten? Wie sah mein Kindheits-Garten aus? Wie sähe mein Traumgarten aus, wenn Geld keine Rolle spielte? So lauten einige dieser Fragen. Die Mission eines Gartenplaners, findet Florian Sigmund, beginne mit diesen Fragen. Der Gartenarchitekt könne bei der Beantwortung zur Seite stehen.

„Mit Ihren Antworten macht sich der Planer dann an die Arbeit“, beschreibt Gartendesigner Sigmund den nächsten Schritt. Dann kommen Inspiration,  Fachwissen sowie das Gespür des Profis zum Tragen. Der Ort, die Formen, Farben, Materialien, Proportionen und Gestaltungselemente ergeben am Schluss einen maßgeschneiderten Garten. „Diese Vorgehensweise erfordert anfangs zwar eine Erstinvestition in Form eines Planungshonorars“, weiß Sigmund. „Das macht sich aber nach kurzer Zeit bezahlt, wenn nämlich nicht planlos drauflosgebaut, sondern überlegt vorgegangen wird.“ Solch ein Masterplan zeigt alle Wünsche und alle Vorstellungen auf, in einem „Optimal-Zukunfts-Zustand“, wie es Florian Sigmund nennt.

Verschiedene Wege zum Ziel
Dem Sollzustand kann man sich in einem großen Schritt nähern. Oder aber man macht mehrere kleine Teilschritte – auch in Eigenleistung und vielleicht sogar über mehrere Jahre hinweg. Der Masterplan des Gartenarchitekten dient dann als eine Art Richtschnur für die Zukunft. Was aber macht einen Garten zum Wohlfühlen aus? „Erst ausgewogene Proportionen schaffen sinnvolle Räume“, erklärt Sigmund einen Grundsatz. Höhenunterschiede zum Beispiel, seien erst dann reizvoll, wenn die Wege, Terrassen, Rasen- und Pflanzflächen harmonisch aufeinander abgestimmt sind. „Sie können mit den Pflanzungen so konzipiert werden, dass sie Sichtschutz oder Erlebnisinseln sind. Deshalb macht es Sinn, im Garten nach neuen Sitzplätzen zu suchen“, erklärt der Gartenarchitekt. Damit würden bisher ungenutzte Gartenflächen meist stark aufgewertet. „Sie danken es mit ungewohnten Blickbeziehungen zum Gebäude oder zu einzelnen Bäumen, Sträuchern und Blumeninseln. Insgesamt werden damit die Gartenräume tiefer und erlebnisreicher“, weiß Sigmund aus langjähriger Erfahrung.

Ein weiterer, besonders wichtiger Punkt sei das Wasser. „Dieses Element belebt die Sinne und ist immer eine Bereicherung. Egal ob ein Naturteich, ein Wasserbecken ohne Pflanzen, ein Pool oder gar ein Schwimmteich angelegt wird“, schwärmt der Gartenarchitekt. Ganz wichtig ist auch die Wahl der Pflanzen. „Die Jahreszeiten müssen in einem Garten stets erleb- und ablesbar sein“, rät Sigmund.

Frühblühende Stauden, Gehölze und Blumenzwiebeln, sommerblühende und dann herbstfärbende, leuchtende Gehölze gehören in jede Anlage, findet Sigmund. Selbst Gräser, über die sich wie jetzt in kälteren Monaten der Raureif legt, sorgten für kühle Schönheit. Florian Sigmund schwärmt: „Je feinfühliger, je durchdachter ein Garten entworfen ist, umso facettenreicher dankt er es mit ständig wechselnden Bühnenbildern der Natur.“

Fotos: Florian Sigmund

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