Die wichtigsten Experten zum Thema Eigenheim

Jedes Projekt rund um Hausbau oder Sanierung kommt nicht ohne den passenden Experten aus. Für jeden Bereich gibt es einen Fachmann. Doch welchen Experten brauche ich für welches Vorhaben? Was macht der eigentlich? Wir stellen Ihnen einige Experten vor, die Sie vor, während und nach dem Hausbau um Hilfe bitten können.

Architekt
Der Architekt ist mehr als bloß ein Ideengeber mit technischen Zeichnungen in der Hand. Bei Neubau oder Sanierung ist er der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Und sozusagen die rechte Hand der Hausbesitzer. Denn er ist seinen Auftraggebern verpflichtet und macht alles so, wie die es sich wünschen. Neben der Planung und Umsetzung des Projekts, berät er Baufamilien bereits bei der Wahl des Grundstücks. Darüber hinaus passt er jedes Projekt den finanziellen Möglichkeiten der Häuslebauer an und sieht als Bauleiter nach dem Rechten. Der Begriff Architekt ist ein anerkannter Beruf. Sie haben einen staatlichen Studienabschluss, Berufserfahrung und müssen Fortbildungen nachweisen. Auch die Bezahlung ist gesetzlich festgelegt. Architekten werden nach der Verordnung über die Honorare für Architekten und Ingenieure (HOAI) bezahlt. Wie hoch die Kosten eines Architekten bei Ihnen ausfallen würden, berechnet sich unter anderem nach der Leistung oder der Planungsintensität. Die Höhe setzt sich dann nach Honorarzonen zusammen. Sie reichen von I bis IV. Unter www.hoai.de können Sie selbst nachrechnen, wie viel Sie ein Architekt kosten wird. Den passenden finden Sie zum Beispiel über die Architektenkammer Ihres Bundeslandes.

Baubiologe
Ein wohngesundes Haus ist für immer mehr Menschen beim Hausbau oder einer Sanierung besonders wichtig. Wie Bauherren gesunde Baustoffe finden und sich gegen Elektrosmog abschirmen, wissen Baubiologen. Sie ermitteln Umweltbelastungen und helfen dabei, ein gesundes Wohnklima zu schaffen. Wünschen Sie sich ein greenhome oder haben Sie das Gefühl Ihr Haus macht Sie krank? Dann lohnt es sich, einen Baubiologen in das Projekt einzubeziehen. Leider ist Baubiologe kein staatlich anerkannter Beruf. Einen seriösen Experten zu finden ist deshalb nicht immer ganz einfach. Einige Firmen wie Baufritz haben einen Baubiologen in ihrem Team. Aber auch für alle, die ihr Haus frei bauen, gibt es eine seriöse Quelle für die Expertensuche. Beim Verband Baubiologie und dem Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB e.V.) werden Sie fündig. Ein weiterer Tipp: Holen Sie sich verschiedene Kostenvoranschläge von den Baubiologen ein, weil das Honorar ebenfalls nicht einheitlich geregelt ist.

Bodengutachter
Als Hausherr trägt man viel Verantwortung. Das gilt auch für den Boden. Mit einem Gutachten sind Häuslebauer auf der sicheren Seite und schützen ihr Haus vor Schäden, die durch Setzungen im Boden oder beispielsweise absickerndes Grundwasser entstehen können. Dann kann es ohne Begutachtung beispielsweise passieren, dass gerade bei einer Unterkellerung die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Die Folge: Der Keller steht unter Wasser und es wird teuer. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie sich von einem Bodengutachter helfen lassen. Der richtige Ansprechpartner ist ein Geologe. Er analysiert den Boden und erstellt daraufhin ein Gutachten. Geologen, die im Bau arbeiten, haben einen akademischen Abschluss und sind auf Bodengutachten spezialisiert. Der Einsatz lohnt sich aber auch finanziell. Denn mit diesem Nachweis kommen zum Beispiel keine Extrakosten beim Berechnen der Bodenplatte dazu.

Energieberater
Energieeffizient leben: Das wünschen sich immer mehr Hausbesitzer. Doch wie sie mit ökologischen Sparmaßnahmen und erneuerbaren Energien diesem Wunsch nachkommen, wissen viele nicht. Ein Energieberater hilft hier weiter. Er plant passend zu Ihrem Haus ein energetisches Konzept und hilft Ihnen dabei, passende Maßnahmen zu finden und Förderungen bei der KfW-Bank zu beantragen. Leider ist der Begriff Energieberater nicht gesetzlich geschützt und jeder kann diese Beratungen anbieten. Wie finden Sie unter den schwarzen Schafen einen qualifizierten, kostengünstigen Berater? Verbraucherzentralen, Architektenkammern oder Energie- und Klimaagenturen sind die richtigen Anlaufstellen. Und achten Sie bei der Wahl darauf dass sie in der offiziellen Liste des Bafa und des BMWi stehen. Der Energiecheck kostet etwa 10 Euro aufwärts und telefonische Beratungen gibt es oft kostenlos. Trotzdem müssen Sie nicht alle Kosten selbst übernehmen, denn es gibt Förderungsmöglichkeiten. So erstattet das Wirtschaftsministerium bei einer BAFA-Beratung bis zu 60 Prozent der Kosten. Auch hier hilft Ihnen der Energieberater bei der Antragstellung weiter.

Experte für Wärme-, Schall- und Brandschutz
Um Fördergelder oder Genehmigungen zu beantragen müssen Häuser den Wärmeschutzkriterien der Energieeinsparverordnung entsprechen. Auch der Brand- und Schallschutz wird bei Neu- und Umbauten vom Gesetzgeber gefordert. Staatlich anerkannte Sachverständige für Wärme-, Schall- und Brandschutz überprüfen beispielsweise, ob die Häuser den wärmetechnischen Standards für die Außenbauteile entsprechen und welche Heiztechnik verwendet wird. Sind die Werte besser als von der EnEV vorgegeben, dann können Sie Fördergelder bei der KfW-Bank beantragen. Während der Bauphase nehmen die Experten immer wieder Proben und stellen daraufhin Nachweise aus. Seriöse Sachverständige finden Sie bei den Architektenkammern. Vielleicht haben Sie Glück und Ihr Architekt hat eine Zusatzqualifikation auf diesem Gebiet. Dann brauchen Sie keinen zusätzlichen Partner zu engagieren. Wie viel Sie diese Experten kosten werden, steht ebenfalls in der HOAI-Verordnung.

Gebäudetechnik-Ingenieur
Smarte Techniklösungen für Licht, Sicher- heit oder auch erneuerbare Energien müssen fachgerecht miteinander vernetzt werden. Mit einem Gebäudetechnik-Ingenieur an Ihrer Seite nutzen Sie selbst heute schon neue, smarte Techniken für ein grüneres Leben. Diese Fachexperten sind für viele Bereiche der Haustechnik spezialisiert. Wer beispielsweise mit einer Wärmepumpe seinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten will, findet unter den Fachleuten spezialisierte Energie-Gebäudetechnik-Ingenieure. Auch in anderen Bereichen bieten diese Ingenieure viel Know-how: Sie installieren Heizungssysteme und Klimaanlagen und sorgen für einen reibunglosen Ablauf von Gebäudeautomation sowie Elektronetzen. Ihr Aufgabenbereich reicht von der Projektplanung, der Bauüberwachung, der Installation der Geräte bis zur Aktivierung und Kontrolle. Dafür stimmt der Experte sich mit dem Architekten ab, damit alle Geräte und Netzwerke richtig funktionieren. Wie bei Architekten ist die Bezahlung über die HOAI geregelt.

Statiker
Jede Hausbaugeschichte beginnt mit der Arbeit des Statikers. Er entwirft das Tragwerk eines Gebäudes. Das basiert auf den Berechnungen für alle Lasten, die auf tragende Bauteile, wie Wände, einwirken. Danach können die Bauteile genau abgemessen werden, um so ein sicheres Haus zu garantieren. Mit einem Statiker an Ihrer Seite können Sie sich auch sicher sein, dass nicht mehr Teile verbaut werden als in den Plänen angegeben sind. Bevor der Statiker loslegt, sollten Bauherren ein Bodengutachten erstellen lassen. So gibt es keine zusätzlichen Kosten für Statiker. Sie fallen unter die Berufsgruppe der Hochbau-Ingenieure und werden nach der HOAI bezahlt.

Umweltingenieur
Gerade beim Umbauen von alten Gebäuden kommen oft hochgiftige Stoffe wie zum Beispiel PCB (polychlorierte Biphenyle) zum Vorschein. Am besten ist es dann, sich von einem Umweltingenieur beim Entfernen und fachgerechten Entsorgen der Materialien unterstützen zu lassen. Er plant die Entsorgung und fragt spezialisierte Fachfirmen an. Diese Experten gehören zwar keiner Kammer an, aber sie haben einen Studienabschluss in Umweltingenieurwissenschaften beziehungsweise in Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Das Honorar ist unterschiedlich und hängt vom Arbeitsaufwand sowie der Maßnahme ab.

Unabhängiger Sachverständiger für Schimmel und Feuchtigkeit
Gegen Schimmelflecken von mehr als einem Quadratmeter ist eine Do-it-yourself-Aktion keine gute Idee – dafür brauchen Sie einen Experten. Speziell ausgebildete Sachverständige für Schimmel und Feuchtigkeit analysieren die Art der Schimmelsporen und wie groß die Schäden ausfallen. Auf dieser Grundlage erstellen sie ein Gutachten und beraten Bauherren, was sie gegen das Problem tun können. Oft übernehmen diese Aufgabe auch Baubiologen. Wenn Sie selbst betroffen sind, finden Sie bei den Verbraucherzentralen, dem Berufsverband Deutscher Baubiologen und über die Industrie- und Handelskammern öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige.

Umweltmediziner
Altlasten oder andere verbaute Substanzen können krank machen. Umweltmediziner oder Fachärzte mit Zusatzausbil- dungen in Hygiene- und Umweltmedizin sind auf diese Fälle spezialisiert. Neben einer umfassenden Anamnese, dem Erstgespräch, werden viele Fragen rund um die im Haus verbauten Substanzen gestellt. Danach folgen weitere Untersuchungen wie Bluttests. Leider können die Ärzte oft nicht den genauen Grund für die Beschwerden nennen. Das liegt daran, dass oft mehrere Substanzen in einem Material stecken. Trotzdem sind diese Fachärzte die richtige Anlaufstelle, da sie mit anderen Medizinern vernetzt sind und so effektiv helfen können. Außerdem geben Sie Tipps für ein wohngesundes Zuhause und welche Stoffe sie Ihrer Gesundheit zuliebe entfernen sollten. Über Ärztekammern sowie die Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP), umweltmedizinische Beratungsstellen, Institute oder Ambu- lanzen, finden Sie den passenden Arzt.

Bilder: Baufritz, Istockphoto/Goodluz, Innogy, Istockphoto/tetmc

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