Darum ist Heizen mit Holz sinnvoll

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Mit Holz zu heizen war schon immer sinnvoll und ist es auch weiterhin. Das Klima heizt ein. Wir wissen: Wer sich nur auf Heizöl verlässt, ist auf dem Holzweg. Deswegen setzen immer mehr Menschen auf erneuerbare Energien, und Holz spielt dabei eine wichtige Rolle.

Bei der Nutzung von Bioenergie kommt dem Heizen mit Holz eine ganz besondere Bedeutung zu. Auf Basis von Biomasse werden etwa 90 Prozent der erneuerbaren Wärme erzeugt, davon stammen über 70 Prozent aus Holz. Die Anzahl von Holzheizungen und insbesondere der Einzelraumfeuerstätten in deutschen Haushalten hat in den zurückliegenden Jahren erheblich zugenommen. Gleichzeitig wächst die Menge an Brennholz, die beispielsweise in Kaminöfen zum Heizen genutzt wird.

Es gibt viele Gründe, die für die Verwendung von Holz als Brennstoff zu Hause sprechen. Hierbei handelt es sich neben den ökologischen auch um ökonomische Aspekte. Klare ökologische Vorteile des Heizens mit Holz in der Zusatzheizung liegen darin, dass Holz im Gegensatz zu fossilen Energieträgern als CO2-neu- tral bezeichnet werden kann. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung von Holz die Menge an Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, die der Baum zuvor beim Wachsen aufgenommen hat. Die nachhaltige Forstwirtschaft stellt außerdem sicher, dass jederzeit ausreichend Bäume nachwachsen. Zu den ökonomischen Vorteilen zählt daher, dass Holz ein regional verfügbarer, ständig nachwachsender Brennstoff ist. Die Nutzung und Produktion von heimischem Holz schafft zahlreiche Arbeitsplätze in Industrie, Gewerbe, Dienstleistung sowie der Land- und Forstwirtschaft und trägt damit zur Wertschöpfung innerhalb einer Region bei.

Heizen in seiner Urform
Die ursprünglichste Form des Heizens ist mit Scheitholz. Stämme und stärkere Äste werden dazu auf Längen geschnitten und gehackt oder gespalten. Im Gegensatz zu Hackschnitzeln, bei denen man vor allem schwächere Äste und Restholz verwendet, wird Scheitholz aus den stärkeren Ästen und Holzstämmen gewonnen. Im Privatwald werden zum Eigengebrauch meist höherwertige Hölzer wie Eiche, Buche und Esche zu Brennstoff verarbeitet. Aufgrund der steigenden Nachfrage werden diese Holzarten derzeit auch verstärkt auf dem Brennholzmarkt angeboten. Dieses Holz hat seine Vorteile etwa darin, dass es mit schöner Flamme sehr lange und glutreich brennt, was es vor allem für offene Kamine oder Öfen mit Sichtfenster interessant macht. Für Scheitholzkessel, die als Zentralheizung eingesetzt werden, sind Nadelhölzer wie Fichte oder Douglasie sehr gut geeignet, auch weil sie oft um einiges billiger sind als Laubhölzer.

Wie funktioniert ein Ofen?
Das Grundprinzip all dieser Feuerstätten besteht darin, dass in einem geschlossenen Feuerraum Scheitholz, Holzbriketts oder Pellets verbrannt werden. Die notwendige Verbrennungsluft wird dem Aufstellraum und/oder anderen Räumen, die mit dem Aufstellraum verbunden sind, entnommen. Ebenso kann sie von außerhalb des Gebäudes zugeführt werden. Die
richtige Verbrennungsluftmenge wird je nach Gerätetyp und Bauart am Gerät manuell eingestellt. Einige Feuerstätten verfügen über eine sogenannte Automatik (Luftsteuerung beziehungsweise -regelung). Diese bewirkt, dass das Feuer über einen längeren Zeitraum optimal mit der richtigen Menge Verbrennungsluft versorgt wird. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird über Heizflächen an ein Trägermedium (Luft/Wasser) sowie durch Wärmestrahlung an den Aufstellraum und eventuell verbundene Nachbarräume abgegeben. Insbesondere die an den Aufstellraum abgegebene Wärmestrahlung wird als sehr angenehm empfunden. Darüber hinaus erzeugt das sichtbare Flammenspiel eine stimmungsvolle Atmosphäre.

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Trocknung
Um die bestmögliche Effizienz eines Holzofens zu erreichen, gilt es, auf die Trocknung und auf die richtige Lagerung des Brennstoffs zu achten. Man sollte zunächst einmal nur gespaltenes Holz verwenden, das auch gut abgetrocknet ist. Holzarten wie Buche, Fichte und Kiefer erreichen bei richtiger Lagerung nach zwei Jahren einen ausreichenden Trocknungsgrad. Das Fraunhofer Institut für Holzforschung hat sogar belegt, dass Brennholz ab September deutlich unter einem Jahr natürlich getrocknet werden kann. Dieser Versuch endete im Mai nach 250 Tagen. Brennholz, das ab Juli aufgesetzt wird, trocknet meist nicht mehr im selben Jahr. Birke wird sogar über den Winter noch trocken. Ungespaltenes Holz benötigt bis zu drei Jahre, bis es sich zur Verfeuerung eignet. Gute Lagerstellen sind sonnige, belüftete und von der Wetterseite abgewandte Orte mit trockenem Untergrund. Nach der Trocknungsphase muss das Brennholz weiter gegen Regen geschützt bleiben.

Nach einer Empfehlung des Zentralinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks sollten folgende Trocknungszeiten eingehalten werden: Pappel und Fichte müssen vor der Verbrennung mindestens ein Jahr gelagert werden. Linde, Erle und Birke vor der Verbrennung mindestens anderthalb Jahre lagern. Buche, Eiche, Esche und Obstbaum dürfen frühestens nach zweijähriger Lagerung zum Heizen eingesetzt werden. Da für den Privatmann der tatsächliche Restfeuchtegehalt mit bloßem Auge nicht sichtbar ist und nur mit teuren Messgeräten ermittelt werden kann, empfiehlt sich unabhängig von der verwendeten Holzart eine mindestens zweijährige Lagerung.

Lagern Sie Ihr Holz lange genug ab, bevor Sie es verheizen, denn so entlasten Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch unsere Umwelt. Aber nur gebrauchsfertiges (zersägt und gespaltenes) Holz lagern, da es so schneller trocknen kann. Stapeln Sie das Holz kreuzweise unter einem Abdach. Die Aufschichtung der einzelnen Holzscheite sollte so erfolgen, dass Luft durch den Holzstapel strömen kann und keine direkte Berührung mit dem Boden besteht. Die Lagerzeit beträgt je nach Holzart und Durchlüftung des Lagerortes ein bis zwei Jahre. Vor der Verwendung des Holzes sollten Sie den Wassergehalt überprüfen. Im Handel sind kostengünstige Messgeräte erhältlich. Stellen Sie fest, dass Ihr Holz zu trocken oder zu nass ist, lagern Sie es vor der Verwendung einige weitere Wochen an einem gut belüfteten Ort. Vor der Verfeuerung der Holzscheite sollte außerdem darauf geachtet werden, dass sie frei von Fremdbestandteilen wie Erde, Moos und anderen Verunreinigungen sind. Legen Sie also lieber stets einen so großen Vorrat an, dass für das frische Holz genügend Zeit zur Trocknung bleibt.

Nachwachsender Brennstoff
Bedenken, das Holz könnte uns irgendwann einmal ausgehen, sind unnötig. Deutschland verfügt mit rund 3,4 Milliarden Kubikmetern über die größten Holzvorräte in Europa. Dank einer nachhaltig betriebenen Forstwirtschaft wächst zu-dem jedes Jahr mehr Holz nach, als verbraucht wird. Wird heimisches Holz eingesetzt, verkürzen sich zudem die Transportwege. Dadurch sinkt der CO₂-Ausstoß.

Was darf man eigentlich alles so verbrennen?
Wie so vieles, ist auch der Punkt, welches Holz man verbrennen darf, in Deutschland gesetzlich geregelt. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) nennt sich das Werk. Dort finden sich die Holzbrennstoffe, die zur Verbrennung in Haushalten zugelassen sind: Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts,
naturbelassenes stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde – beispielsweise in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln sowie Reisig und Zapfen, naturbelassenes, nicht stückiges Holz beispielsweise in Form von Sägemehl, Spänen, Schleifstaub oder Rinde, Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts oder vergleichbare Holzpellets oder andere Presslinge aus naturbelassenem Holz in gleich- wertiger Qualität.

Schornstein, Motor der Feuerstätte
Unabhängig davon, ob ein Schornstein bereits vorhanden ist, nachträglich errichtet werden soll oder bei einem Hausneubau eingeplant wird, er sorgt dafür, dass die bei Betrieb der Feuerstätte entstehenden Verbrennungsgase sicher ab- geführt werden. Dafür ist es notwendig, Schornstein und Feuerstätte aufeinander abzustimmen. Die notwendigen Daten dazu (Mindestförderdruck, Abgasstutzen- temperatur, Abgasmassen- strom, Nennwärmeleistung, ggf. Feuerungswärmeleistung) finden Sie in den Unterlagen Ihrer Feuerstätte sowie auf deren Typenschild. Mit diesen Daten kann der Schornsteinfeger oder der Fachbetrieb Ihren vorhandenen Schornstein auf seine Eignung bewerten bzw. den neu zu errichtenden Schornstein auslegen. Als Betreiber einer Feuerstätte sind Sie übrigens vor Inbetriebnahme verpflichtet, den (bevollmächtigten) Bezirksschornsteinfeger über die Installation Ihres Ofens zu informieren. Es ist sinnvoll, vor dem Kauf einer Feuerstätte mit dem Schornsteinfeger und dem Fach-
betrieb über Ihre Vorstellungen zu sprechen, um unter anderem die optimale Leistung der Feuerstätte festzulegen.

Mehr Informationen zum Thema auch unter www.richtigheizenmitholz.de

 

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Brennbar
Nicht alles, was brennt, darf auch in den Ofen. Was Sie verbrennen dürfen – und was nicht.

Erlaubt ist:

  • naturbelassenes, stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde, insbesondere in Form von Scheitholz
  • Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts oder in Form von Holzpellets mit entsprechendem Qualitätsnachweis
  • Gebräuchliche Brennholzarten sind in Deutschland die Laubhölzer Birke, Buche und Eiche sowie die Nadelhölzer Fichte, Kiefer und Tanne. Je nach Baumart hat das Holz unterschiedliche Heizwerte

Verboten ist:

  • Jede Form von Müll und Abfällen
  • Behandelte Hölzer / Altholz
  • Lackiertes oder bestrichenes Holz
  • Rindenbriketts
  • Kunststoffe aller Art
  • Holz, das mit Holzschutzmitteln behandelt ist
  • Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder sonst verleimtes Holz

 

Darf ich mein Holz selbst aus dem Wald holen?
Eine häufig angewendete Art der Brennholzbeschaffung ist die Selbstversorgung im Wald. Hierfür ist für den Nicht-Waldbesitzer ein sogenannter Leseschein (Holz-sammelschein) notwendig, den Sie beim Forstamt erhalten. Achten Sie auch auf die notwendigen Sicherheitsbestimmungen für die selbst durchgeführte Holz-ernte, wie Motorsägenführerschein und geeignete Sicherheitskleidung. Praktischer, aber auch teurer ist der Kauf von ofenfertigem Scheitholz im Handel. Sie haben hier die Möglichkeit, das Brennholz sackweise im Baumarkt, bei Genossenschaften oder im Brennstoffhandel zu erwerben. Sie können es sich aber auch bequem nach Hause liefern lassen.

 

Messbar
Wer Holz zum Verbrennen kauft, sollte die Maßeinheiten von Scheitholz kennen. Beim Kauf von Scheitholz werden verschiedene Maßeinheiten verwendet. Hier die wesentlichsten:

Festmeter (Fm): Bei einem Festmeter handelt es sich um einen Kubikmeter Holz ohne Hohlräume. Das entspricht der Größe eines Würfels mit den Kantenlängen 1 Meter breit, 1 Meter lang und 1 Meter hoch.

Raummeter (Rm): Ein Raummeter ist ein Kubikmeter lose gestapeltes Holz einschließlich der Hohlräume. In Süddeutschland verwendet man anstelle des Begriffs Raummeter häufig den Begriff Ster.

Schüttraummeter (Srm): Ein Schüttraummeter ist ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz mit Hohlräumen.

 

Ofenarten
Egal, für welche Feuerstätte Sie sich entscheiden, Wohlbehagen und ein gutes Gefühl sind garantiert. Dies sind die wichtigsten Ofenarten:

Der Kaminofen
Ein Kaminofen ist eine in Serie gefertigte Feuerstätte mit metallischer Grundkonstruktion. Diese wird mit den unterschiedlichsten Materialen verkleidet, wie zum Beispiel lackiertem oder emailliertem Metall, Kacheln oder Naturstein. Im Regelfall ist der Feuerraum mineralisch ausgekleidet und mit einer Flachfeuerung mit oder ohne Rost versehen.

Foto: Haas + Sohn

Der Kachelofen
Der Warmluftkachelofen besteht aus einem industriell gefertigten metallischen Feuerraum mit nachgeschaltetem Wärmetauscher. Er wird von einer individuell verkleideten, handwerklich errichteten Heizkammer umgeben, die aus mineralischen Baustoffen (zum Beispiel Kacheln) besteht.

Foto: Ortner

Der Heizkamin
Der Heizkamin ist ähnlich aufgebaut wie der Warmluftkachelofen. Er besteht aus einem industriell gefertigten metallischen Feuerraum mit großer Sichtscheibe und hat nur selten einen nachgeschalteten Wärmetauscher. Er wird individuell handwerklich verkleidet oder als industriell vorgefertigter Bausatz errichtet.

Foto: Contura

Der Herd
Der Herd dient in erster Linie zum Kochen und Backen. Als Nebeneffekt beheizt er auch den Aufstellraum. Eine Ausnahme ist der Heizungsherd, der einen Teil der entstehenden Wärme über einen Wasserwärmetauscher in das zentrale Heizungssystem einspeisen kann. Oft verfügen Herde über einen in der Höhe verstellbaren Rost.

Foto: Rika

Der Pelletofen
Der Pelletofen ist je nach Konstruktion für einen breiten Leistungsbereich geeignet. Er ist dafür ausgelegt, auch im unteren Leistungsbereich (Kleinstellung) betrieben zu werden. Aus einem Brennstoffvorratsbehälter werden die Pellets mechanisch in eine Brennvorrichtung befördert und dort automatisch gezündet.

Foto: Austroflamm

 

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