Alexa, mach das Fenster auf!

Die Steuerung der Fenster und Rollläden im Smart Home verspricht einen echten Mehrwert in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Energieeffizienz. Wir haben mal einen Blick in die nahe Zukunft der smarten Fenster geworfen und haben dabei erstaunlich oft Alexa und Siri getroffen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Wippschalter neben der Jalousie das Maß aller Dinge bei der Modernisierung der Fenster. Per Knopfdruck ließen sich Rollladen rauf- oder runterfahren. Alle waren glücklich, denn die Zeiten, in denen an Baumwollgürteln gezogen werden musste, waren Geschichte. Doch nur wenige Jahre später ist der motorisierte Rollladen längst Standard und beinahe schon wieder ein alter Hut. Der Grund dafür ist das Smart Home. Also die intelligente Steuerung vieler – längst nicht aller – Dinge im Haus. Fenster nehmen hier einen zentralen Punkt ein. Sind sie doch Schnittstelle zu Außenwelt, Wetter, Klima und Sicherheit.

Denkt man über die Fenster im Smart Home nach, dann sind es in der Praxis vier Ansatzpunkte, die für Bauherren interessant sind: Das selbstständige Öffnen und Schließen der Fenster selbst, das selbstständige Öffnen und Schließen der Rollläden, die Sicherheit über Widerstandsklassen und Alarmsensoren und schließlich die Bedienung bzw. Steuerung dieser Technologien.

Wir haben uns einmal bei einigen der führenden Marktteilnehmer in diesen Bereichen umgehört und gefragt, auf welche Lösungen sie setzen und was die nahe Zukunft bringen wird. Ein Trend wurde schnell deutlich: die Sprachsteuerung. Ohne Zweifel möchten viele Bauherren die Frage, ob die Fenster bzw. Jalousien geöffnet oder geschlossen werden, nicht nur einem Sensor oder gar Algorithmus überlassen. „Alexa mach das Fenster zu!“ ist aktuell der heißeste Trend in diesem Bereich.

Wie beim Spezialisten für Aluminium-Rollladen Schanz. Dort kann man jetzt die Rollläden per Sprachsteuerung bedienen. War früher Muskelkraft gefragt, um Rollläden am Morgen hochzuziehen und abends wieder herunterzulassen, erfordert der Motorantrieb – ohne Zeitschaltuhr – heute nur noch einen Knopfdruck. Dank Alexa kann man sich selbst diesen nun sparen: Die Sprachsteuerung von Amazon sorgt dafür, dass man buchstäblich keinen Finger mehr rühren muss, um die Sonne hereinzulassen oder neugierige Blicke auszusperren. Ob hoch oder runter, über Amazons smarte Lautsprecher Echo und Echo Dot erhält die Sprachassistentin alle Kommandos, selbst wenn man sich gerade in der entgegengesetzten Ecke des Raumes befindet oder laute Musik läuft. Die nach Maß gefertigten Aluminium-Rollläden von Schanz sind Alexa-kompatibel.

Doch sie können noch mehr: Neben dem Lichteinfall regulieren die cleveren Beschattungshelfer auch das Raumklima, denn zwischen Fensterscheibe und Lamellenpanzer bildet sich eine dämmende Luftschicht, die die Heizwärme im Haus hält. Im Sommer dagegen reflektieren sie die Sonnenstrahlen, sodass es in den eigenen vier Wänden stets angenehm kühl bleibt und Hitze-staus selbst im Wintergarten oder im Dachgeschoss der Vergangenheit angehören. Speziell gelochte Lamellen, sogenannte Select-Profil-Lichtschienen, die mit dem Voll-Profil nach Belieben kombiniert werden können, lassen dennoch ausreichend Helligkeit herein.

Foto: Schanz Rolladensysteme

Das Internet als Basis

Ebenfalls auf Sprachsteuerung setzt man bei dem Hersteller Somfy. Diese ist allerdings nur ein Aspekt einer ganzen Reihe von Möglichkeiten, die das hauseigene „TaHoma“-System ermöglicht. Es steuert nämlich die gesamte Haustechnik per Smartphone, Tablet und PC. Die Befehle gelangen aus dem Internet zur „TaHoma-Box“, die mit dem hauseigenen Router verbunden ist. Diese leitet die Informationen weiter an Rollladen, Sonnenschutz und Co. Ein einfaches Interface hilft bei der Bedienbarkeit und man erhält sofort eine Rückmeldung, ob der Befehl auch tatsächlich ausgeführt wurde oder ob der Rollladen beispielsweise auf ein Hindernis gelaufen ist. Neben dieser Internetsteuerung können die Haustechnikprodukte zudem per Hand- und Wandsender bedient werden.

Und auch hier wurde der Zugang zu Alexa ermöglicht. Unterschiedliche Wohnszenarien lassen sich in Alexa definieren und per Sprachbefehl an den persönlichen Lebensgewohnheiten ausrichten. Nutzer können jetzt nach erfolgter Erstellung mit „TaHoma“ beispielsweise beim Verlassen des Hauses die Rollläden und Dachfenster per Sprachbefehl schließen und die Beleuchtung ausschalten. Ebenso mit an Bord, die Unterstützung für die IFTTT-App. Das kostenlose IFTTT (If-This-Then-That) ist ein cloudbasierter Webservice mit aktuell über 360 angeschlossenen Unternehmen. Er ermöglicht es, individuelle Applets – smarte Automatismen zwischen zwei unabhängigen Services oder entsprechend vernetzten Geräten – nach dem Wenn-dann-Prinzip zu erstellen. Wird zum Beispiel dank BMW ConnectedDrive registriert, dass der Anwender nach Hause kommt, kann durch ein persönliches Willkommens-Szenario das Garagentor automatisch geöffnet, die Außenbeleuchtung eingeschaltet und die All-in-One-Sicherheitslösung Somfy One deaktiviert werden.

Foto: Velux

Algorithmen sorgen für gutes Klima

Eine andere Definition von solchen Automatismen sind Algorithmen. In Verbindung mit Sensoren kommen sie bei dem System von Hersteller Velux zum Einsatz. Der Fensterspezialist bringt seit Neuestem so genannte KI – Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Mit der Smart-Home-Anwendung „Velux Active with Netatmo“ wird so an einer besonders sensiblen Stelle im Haus automatisch für gutes Raumklima gesorgt: im Dachgeschoss.

Mit Sensordaten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt im Raum sowie externen Wetterdaten berechnet das System die für gute Luftqualität und angenehme Temperatur notwendigen Aktionen und steuert Dachfenster, Rollläden und Sonnenschutzprodukte dementsprechend. Dabei bezieht es meteorologische Daten mit ein und reguliert das Raumklima so vorausschauend. Wenn die Wettervorhersage kombiniert mit den Raumfaktoren zeigt, dass sich an diesem Tag Wärme im Raum aufstauen wird, schließt das System den Hitzeschutz schon, bevor die Sonne den Raum aufheizt. Auch beim Lüften kombiniert das System die Raumqualität mit den Wetterdaten: So öffnet sich an heißen Tagen das Dachfenster abends zum Lüften erst dann, wenn der Wohnraum durch die Außenluft wieder abgekühlt werden kann. Auch der Öffnungswinkel des Dachfensters passt sich den Außentemperaturen und dem Wind an. Bei niedrigen Außentemperaturen bleibt das Fenster nur so lange offen wie gerade nötig, um eine zu niedrige Innentemperatur oder Wärmeverluste zu vermeiden.

Das System wurde in Zusammenarbeit mit dem Smart-Home-Spezialisten Netatmo entwickelt. Die Anwendung nutzt nicht nur eine Netatmo-Sensorstation im Raum, sondern auch deren detaillierte Wetterdaten. Es kann über Smartphones mit Android- und iOS-Betriebssystem – auch per Sprachsteuerung mit Siri – bedient werden und ist mit Apple HomeKit kompatibel. Die App bietet zu Hause und unterwegs einen schnellen Überblick über das Raumklima und zeigt, ob Dachfenster und Hitzeschutz gerade geöffnet oder geschlossen sind. Zudem kann der Nutzer jedes Produkt per Smartphone fernsteuern und Wohlfühltemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie den zulässigen CO2-Gehalt nach eigenen Vorlieben festlegen.

Foto: Kneer Südfensterwerk

Vorteil Kompatibilität

Kein eigenes Steuerungssystem, dafür die Integrationsmöglichkeit in bestehende Smart-Home-Lösungen bietet Kneer-Südfenster. Die Rollläden, Raffstoren und Textil-Rollos lassen sich problemlos in die intelligente Haustechnik einbeziehen. So ist mit dem Smartphone jederzeit die gewünschte Beschattungssituation einstellbar, um eine Überhitzung der Wohnräume zu vermeiden. Für schlecht zugängliche Stellen, beispielsweise bei Oberlichtern, gibt es ein Fenster mit Kippfunktion, das zum Lüften automatisch geöffnet werden kann. Gleichzeitig lässt sich über die Zustandserkennung von unterwegs aus abfragen, ob es unabsichtlich immer noch gekippt ist.

Die Vorteile solcher vernetzten Fenster liegen dabei auf der Hand: Die smarte Technik trägt zu einem hohen Wohnkomfort bei. In Verbindung mit den flachen Schwellen vergrößert sich zudem die Chance, im Alter lange im eigenen Haus wohnen bleiben zu können. Für modernes Wohnen mit viel Glas ist die Ausstattung für das Smart Home daher eine naheliegende Option, auf die anspruchsvolle Bauherren heute schon nicht mehr verzichten wollen. Beispielsweise sind auch großformatige Hebe-Schiebe-Türen mit schweren Scheiben durch einen integrierten Antrieb mit Leichtigkeit zu bedienen.

Beim Fenster selbst setzen die Westerheimer auf intelligente Materialien. Als neue Möglichkeit der Beschattung, die den Vorteil der großen Glasflächen nicht beeinträchtigt, hat man den Einsatz von schaltbarem Glas im Programm. Durch einen variablen g-Wert wird das Glas über einen elektrochromen Effekt bei Sonneneinstrahlung gleichmäßig verdunkelt. Die persönliche Anwesenheit ist nicht unbedingt erforderlich, denn über einen Sonnensensor ändert das Glas automatisch seine Farbe. Die Räume sind beschattet, ohne den Weitblick zu beeinträchtigen, ohne Streifenoptik oder dunkle Schatten. Einen elektrischen Antrieb kann man sich dadurch sparen und auch Schäden an Jalousien durch starken Wind können gar nicht erst entstehen. Dabei ist das schaltbare Glas energieeffizient, denn Strom wird nur während der Einfärbephase benötigt und um wieder vollständige Transparenz herzustellen.

Foto: Sunflex

Smarte Planung

Apropos Transparenz, genau die ist für viele Bauherren der Grund, sich einen Wintergarten oder eine überdachte Glasterrasse anzuschaffen. Und selbst hier sind neue Technologien im Einsatz. Wie beim Terrassendachspezialisten Sunflex, wo man die neuen Technologien einsetzt, um für seine Kunden online die richtige Lösung zu finden. Mit einem Produkt-Konfigurator lässt sich mit ein paar Klicks im Internet das individuell angepasste Produkt selbst erstellen und anfragen. So hat man die Möglichkeit, schon während der Planungsphase die Wunsch-Glas-Systeme selbstständig zu konfigurieren und anschließend Preise zu erfragen. Mit dabei das gesamte Sortiment von Raumtrenner, Geschäftseingänge, Wintergarten-, Terrassen- sowie Balkonverglasungen. Schritt für Schritt lassen sich die verschiedenen Systeme und einzelnen Produkte auswählen: von den Schiebe-Systemen über Schiebe-Dreh-Systeme und Falt-Schiebe-Systeme bis zu Horizontal-Schiebe-Wand-Systemen und ihren einzelnen Produktvarianten. In den nächsten Schritten folgen Auswahlkriterien wie Größe, Farbe und Verglasung, Griffe und Spaltdichtung. Spezifische Produktmerkmale der einzelnen Systeme wie Schienen, Flügelanzahl, Boden-, Decken- oder Wand- anschluss, das wählen Interessenten in den nächsten Abschnitten aus, sodass am Ende die individuelle Lösung in einer Zusammenfassung erscheint.

Es zeigt sich also, dass die neuen Technologien in allen Phasen der Fenster- und Rollladenbedienung Einzug gehalten haben und wir dürfen gespannt sein, welche davon bereits morgen wieder von neue Ideen eingeholt werden. Bis dahin genießen wir jedoch die Vorteile der Smart-Home-Automatisierung und sagen „Alexa, spiel Musik aus meiner Playlist Elektro-Pop“.

Smarte Fenster

Das Sind die Megatrends

  • Die Steuerung über Sprachassistenten wie Alexa oder Siri
  • Sensoren am Fenster messen Klima und Lichteinfall
  • Intelligentes Glas verdunkelt sich automatisch
  • Algorithmen und erlernte Szenarien laufen im Hintergrund
  • Einbindung in bestehende Apps und Smart-Home-Systeme
  • Konfiguratoren helfen bei der Planung
Stromkosten senken

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